Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur klar

Literaturstipendien fördern Vielfalt im Land

Vier Autoren und eine Übersetzerin können ihre Projekte verwirklichen


Das Land Niedersachsen hat jetzt die mit insgesamt rund 37.000 Euro dotierten Jahres- und Arbeitsstipendien für Literatur sowie ein Übersetzerstipendium vergeben. Das Kulturministerium fördert so Literaturschaffende, die in Niedersachsen leben oder deren Werk mit dem Land verknüpft ist. Ausgewählt worden ist für das Jahresstipendium 2011 der Autor Artur Becker. Die Arbeitsstipendien gehen an Jan Böttcher, Dariusz Muszer und Sebastian Pohlmanns. Das Übersetzerstipendium erhält Dr. Nathalie Mälzer-Semlinger.

„Mit den Stipendien fördern wir die Vielfältigkeit der niedersächsischen Literaturlandschaft. Die mehr als 60 eingegangenen Bewerbungen haben sich durch eine hohe inhaltliche und literarische Qualität ausgezeichnet. Der Niedersächsischen Literaturkommission danke ich daher für ihre fachkundige Unterstützung bei der Auswahl der Stipendiaten. Den ausgezeichneten Autoren und der Übersetzerin wünsche ich alles Gute für die Umsetzung ihrer Projekte", so die Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professor Dr. Johanna Wanka.

Das Jahresstipendium für Literatur in Höhe von 14.000 Euro geht in diesem Jahr an den in Verden lebenden Artur Becker. Die Literaturkommission schlug einstimmig vor, den in Masuren geborenen und seit gut zwanzig Jahren in deutscher Sprache schreibenden Autor auszuzeichnen. In seinem autobiographischen Romanprojekt „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang" blickt er auf Deutschland und die postkommunistische Ära Polens. „Mit entwaffnendem Witz und poetischer Schlagkraft stellt Becker sich der anspruchsvollen Aufgabe, die gegenwärtigen polnisch-deutschen Schnittmengen in Geschichte, Sprache, Familie und Eros auszuloten und darzustellen. Das Stipendium soll Becker darin unterstützen, mit seiner Prosa das kulturelle Leben östlich und westlich der Oder weiterhin zu bereichern", so die Literaturkommission.

Das mit 7.800 Euro dotierte Übersetzerstipendium erhält Dr. Nathalie Mälzer-Semlinger. Die gebürtige Berlinerin, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim tätig ist, übersetzt seit zehn Jahren vornehmlich neuere französische Literatur. Ihr Projekt, die Übersetzung des komplexen, stilistisch anspruchsvollen Romans „Hors la loi" (im Deutschen. „Gesetzlos") von René Belletto, stellt vielfältige Anforderungen an ihre Arbeit. Die Kommission lobt in ihrer Empfehlung vor allem die kompetente, einfallsreiche und akribische Übersetzerarbeit Mälzer-Semlingers, die eine dem französischen Original ebenbürtige deutsche Version erwarten lässt.

Drei mit je 5.000 Euro dotierte Arbeitsstipendien gehen an die Autoren Jan Böttcher aus Lüneburg (wohnhaft in Berlin), Dariusz Muszer aus Hannover und Sebastian Polmanns aus Hildesheim. Die Auszeichnungen sollen die Autoren in ihrer Arbeit und bei der Fertigstellung ihrer Werke unterstützen.

Aus drei Perspektiven berichtet Jan Böttcher in seinem Romanprojekt „Das Lied vom Tun und Lassen" von einem komplizierten Beziehungsgeflecht an einer Schule in Westniedersachsen. Ihre Empfehlung begründete die Literaturkommission damit, dass der Autor auf hohem literarischem Niveau zeigt, wie nah er an den Figuren arbeiten und mit was für einem präzisen ethnologischen Blick er aus ihrer Weltwahrnehmung heraus erzählen kann.

Das Romanprojekt „Schädelfeld" von Dariusz Muszer bestach die Literaturkommission vor allem durch die große erzählerische Dichte. Ausgangspunkt des Textes ist das Ende des Zweiten Weltkriegs, sämtliche Handlungen sind jedoch auf einer Parallel-Erde angesiedelt.

Sebastian Polmanns nähert sich in seinem Erzählband „Spoko" missglückten Lebensentwürfen. Die Literaturkommission überzeugte hierbei inbesondere das Erzähltalent. Gerade durch die kurze Form schafft es Polmanns, Lebensausschnitte zu präsentieren, die größere fatale Lebenszusammenhänge deutlich erahnen lassen, ohne dass sie explizit ausgesprochen werden müssen.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

22.04.2011

Ansprechpartner/in:
Herr Christian Stichternath

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2544
Fax: 0511/120-99 2544

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