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Musikland Niedersachsen

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Aktuelle Entwicklungen

Am 24. und 25. April fand in der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel das Symposium "Zukunftskonzert: Musikvermittlung und Aufführungskultur" statt. Unter dem Stichwort "Aufführungskultur" wurden Formen und Strategien diskutiert, mit denen die Tradition des klassischen Musikbetriebs erneuert werden kann. Dabei umfasst der Begriff "Aufführungskultur" alle Faktoren, die neben dem rein Musikalischen das Konzertwesen wesentlich mit bestimmen. Gefragt wurde, ob die gegenwärtige Krise der klassischen Musik keine Krise der Musik selbst ist, sondern eine ihrer Rezeptions- und Darbietungsformen, und ob eine Weiterentwicklung der Aufführungskultur möglicherweise einen entscheidenden Faktor innerhalb einer nachhaligen Musikvermittlung darstellt.

Seit Oktober 2007 wird die Landesmusikakademie in Wolfenbüttel gebaut; sie soll 2009 den Betrieb aufnehmen. Gemeinsam mit der Stadt Wolfenbüttel realisiert das MWK den Neubau der Landesmusikakademie mit einem Investitionsvolumen von insgesamt ca. 11,2 Mio. Euro: Die Stadt Wolfenbüttel stellt für den Bau des Jugendgästehauses rund 4 Mio. Euro zur Verfügung, das Land beteiligt sich mit einer Summe von rund 7,2 Mio. Euro. Die Landesmusikakademie wird ein wichtiger Baustein für das "Musikland Niedersachsen" sein. Hier etablieren wir ein Zentrum für die Aus- und Weiterbildung von Ensembleleitern in der Laienmusik, für Arbeitsphasen von Ensembles, für musisch-kulturelle Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zur Förderung musikalisch Hochbegabter. Betreiber der Landesmusikakademie ist der Landesmusikrat.

Um die vielfältigen musikalischen Aktivitäten unterschiedlicher Akteure im Musikland Niedersachsen zu unterstützen, führt die Stiftung Niedersachsen das "Projekt Musikland Niedersachsen" durch. Finanziert wird das Projekt neben der Stiftung Niedersachen zu je gleichen Teilen durch das Land Niedersachsen (MWK) und die Niedersächsische Sparkassenstiftung. Es ist am 1. Mai 2008 angelaufen und wird von Klaus Georg Koch geleitet. Durch das "Projekt Musikland Niedersachsen" soll die Verbreitung und die Vermittlung der niedersächsischen Musikkultur weiter entwickelt werden. Dies geschieht durch die Unterstützung von ausschließlich gemeinnützigen Projekten, Veranstaltungen, Einrichtungen und Initiativen. Das Projekt hat zum Ziel, vorhandene Einrichtungen, Initiativen und Projekte zu vernetzen, zu unterstützen und neue Impulse zu setzen. Dies wird verwirklicht insbesondere durch:

• den Aufbau eines zentralen konzertpädagogischen Dienstes zur Initiierung von Projekten,

• die Unterstützung bei Projekten und Musikveranstaltungen und

• die Koordinierung der veranstaltenden Organisationen durch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen.

Es gibt über 100 Festivals in Niedersachsen, von denen einige durchaus internationales Format haben. Über eine verstärkte kulturtouristische Werbung und die Beförderung einer fortschreitenden Profilierung der "Leuchttürme" möchten wir hier zukünftig eine internationale Beachtung voran treiben. Dies wird ermöglicht durch das "Projekt Musikland Niedersachsen". Dabei sollen auch die "Norddeutsche Orgelstraße", der "Internationale Violin-Wettbewerb Hannover" und der "Praetorius Musikpreis Niedersachsen" zur weiteren Profilierung des Musiklandes eine erhöhte Aufmerksamkeit erfahren.

In Zielvereinbarungen mit den kommunalen Theatern, den Landesbühnen und dem Göttinger Symphonie Orchester hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur vereinbart, dass die Angebote für die junge Generation ausgeweitet und verbessert werden. Auch die Niedersächsischen Staatstheater haben ihre Angebote im Kinder- und Jugendbereich deutlich erweitert. Zudem sollen, mit der Einrichtung eines konzertpädagogischen Dienstes im Rahmen der "Musikland Niedersachsen Projektinitiative", einzelne Institutionen wie Festivals, Orchester und Ensembles in ihrer pädagogischen Arbeit unterstützt und in Fragen der Konzeption, Gestaltung, Präsentation und Didaktik beraten werden. Der konzertpädagogische Dienst baut ein Netzwerk von Konzertpädagogen auf und initiiert innovative Projekte.

Eine neue Initiative sind die "Musikschulkooperationsprojekte", die eine intensive Vernetzung von Angeboten der Musikschulen mit denen allgemein bildender Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen bewirken. Ziel ist es, dass auch Kinder, die ansonsten kaum oder nicht so früh mit Musik in Kontakt kommen, einen Zugang zu ihr finden können, und so Schwellenängste gar nicht erst entstehen. Momentan werden über 60 verschiedene Projekte in ganz Niedersachsen durchgeführt. Das sehr erfolgreiche und wirkungsvolle Förderprogramm "Musikschulkooperationsprojekte" wird derzeit gemeinsam mit dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen e. V. weiter ausgebaut.

Das Förderprogramm "Musikvermittlung" will der klassischen Musik durch die Entwicklung neuer Konzertformen zu einem neuen Publikum verhelfen. Dafür sollen durch das projektbezogene Förderprogramm Impulse gegeben werden, zeitgemäße und zielgruppenspezifische Konzertformate zu entwickeln, mit denen Nicht-Besucher oder Nicht-Mehr-Besucher zu Konzertbesuchern gemacht werden können. Die Ausschreibung für das Programm läuft.

Eine weitere der pädagogischen Säulen im Bereich "Musikvermittlung" ist das Aktionsprogramm "Hauptsache: Musik", welches das niedersächsische Kultusministerium gemeinsam mit dem Landesmusikrat initiiert hat. Gefördert wird die Zusammenarbeit zwischen der schulischen Musikpädagogik und außerschulischen Institutionen der Musikkultur. Schulen werden dazu angeregt, mit Musikschulen sowie freien und institutionellen Partnern aus Opernhäusern, Orchestern, Chören, Kirchen sowie mit freien Musikgruppen und Vereinen zu kooperieren. Die durch Rahmenvereinbarungen geregelten Kooperationen stärken den Bildungsauftrag der Schule und werden ganz gezielt gefördert.

In dem Projekt "Kita macht Musik" werden Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten und Kindertagesstätten qualifiziert, und Initiativen zum gemeinsamen Musizieren gestärkt. Das Modellprojekt ist in Niedersachsen mit großem Erfolg durchgeführt worden und wird nun auch auf andere Bundesländer ausgeweitet. "Kita macht Musik" wird vom Landesverband niedersächsischer Musikschulen und dem Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Hier wurde ein flächendeckendes Projekt entwickelt und erprobt, wodurch möglichst vielen Kindergartenkindern Niedersachsens Musik als natürlicher Bestandteil des Alltags vermittelt werden sollte.

Mit der Gründung von "Musik 21 Niedersachsen" als Knotenpunkt für Kommunikation und Organisation ist es gelungen, Kulturschaffende Niedersachsens aus dem Bereich Neue Musik miteinander zu vernetzen. Es ist ein Modellprojekt der Niedersächsischen Gesellschaft für neue Musik e. V. Ein weiteres Projekt ist "klangpol" des Vereins oh ton e. V. Entwickelt werden Konzepte für eine veränderte Kulturlandschaft, in der die Neue Musik maßgeblich durch Ensembles, freie Solisten und Komponisten repräsentiert wird. Beide Projekte werden ab 2008 durch das Netzwerk Neue Musik der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Mit dem zusätzlichen Engagement des Landes werden die Mittel zur Förderung der Neuen Musik für vier Jahre insgesamt verdreifacht.

Mit dem"PopMeeting Niedersachsen 07" beschreitet Niedersachsen neue Wege in der Förderung der Popularmusik. Das "PopMeeting" ist eine Initiative des "Forums für PopKultur" und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Es fand vom 24. bis 25. November in der CD-Kaserne in Celle statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Bestandsaufnahme der Popmusikförderung in Niedersachsen sowie die Diskussion der Zukunftsperspektiven in diesem Bereich. Der Kongress wandte sich an haupt- oder ehrenamtlich Aktive aus den Ausbildungsinstitutionen der Popmusikförderung, an Musikerinnen und Musiker, sowie an alle anderen interessierten Besucherinnen und Besucher. Unter dem Kerngedanken der Vernetzung wurden Förder- und Ausbildungsangebote sowie Initiativen für Popmusik vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse des "PopMeetings" werden in die Ausrichtung der Popmusik-Förderung miteinfließen.

Seit 2005 wird als eigener Niedersächsischer Musikpreis der "Praetorius Musikpreis Niedersachsen" vergeben. Gemäß der immensen Vielseitigkeit seines Wolfenbütteler Namenspatrons, der einer der bedeutendsten Musiker und Wissenschaftler seiner Zeit war, wird der Preis in verschiedenen Kategorien vergeben: Es gibt einen Hauptpreis für herausragende künstlerische oder wissenschaftliche Leistungen, diverse Förderpreise für junge Nachwuchskünstler und einen Ehrenamtspreis, mit welchem die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements im Bereich der Musik gewürdigt werden soll. Für das Jahr 2008 wird der Preis um einige neue Kategorien erweitert, die zum Teil in der Landschaft der über 600 Musikpreise in Deutschland einzigartig sind. Ausgelobt wird zum einen ein "Musikinnovationspreis". Ausgezeichnet werden hiermit Musiker, Dramaturgen oder Personen und Institutionen, die sich um innovative Konzepte zur Weiterentwicklung der Musik, ihrer Aufführung oder ihrer Vermittlung und Verbreitung verdient gemacht haben. Ebenfalls einzigartig ist die Kategorie "Internationaler Friedensmusikpreis". Geehrt werden Musikschaffende, die sich in besonderer Weise für Frieden und Völkerverständigung eingesetzt haben. Außerdem werden ab 2008 zwei "Kompositionspreise" vergeben, um auch Praetorius’ umfangreicher Tätigkeit als Komponist gerecht zu werden.

 

 

 

 

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