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Hochschulstandort Niedersachsen zukunftssicher gestalten

Prof. Dr. Wanka: „Finanzierungssystem der Hochschulen hat sich bewährt und wird im Dialog mit ihnen fortentwickelt“

HANNOVER. Eine Arbeitsgruppe von externen Hochschulfachleuten stellt dem Finanzierungssystem der niedersächsischen Hochschulen insgesamt eine gute Note aus. Die drei Fachleute haben unter Moderation des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) von Juli 2011 bis März 2012 eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme durchgeführt und Empfehlungen ausgesprochen. Dazu haben sie Daten und Materialien über das staatliche Finanzierungssystem ausgewertet, alle Hochschulen schriftlich befragt, Interviews mit Mitgliedern der Hochschulleitungen geführt und einen intensiven Dialog mit der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen und dem Wissenschaftsministerium geführt.

„Mit der Untersuchung haben wir ein Höchstmaß an Transparenz in der Hochschulfinanzierung geschaffen. Unser Ziel ist es, bewährte Finanzierungsinstrumente zu stärken und das Gesamtsystem im Dialog mit den Hochschulen weiterzuentwickeln, um den Hochschulstandort Niedersachsen zukunftssicher zu gestalten", so Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka heute bei der Vorstellung der Untersuchung.

Der Moderator der Arbeitsgruppe und CHE-Geschäftsführer, Prof. Dr. Frank Ziegele betonte, Niedersachsen sei insgesamt auf dem richtigen Weg und müsse in der Hochschulfinanzierung nicht grundsätzlich umsteuern. Die Experten hätten aber auch Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Das Finanzierungssystem in Niedersachsen ist aus Sicht der Expertengruppe durch einen hohen Grad an Autonomie bei der Verwendung der Mittel durch die Hochschulen geprägt. Ausdrückliches Lob zollten die Fachleute der hohen Verlässlichkeit und Planungssicherheit der Grundfinanzierung der Hochschulen durch die mehrjährigen Zukunftsverträge, die das Land mit ihnen geschlossen hatte. Daran solle Niedersachsen auch künftig festhalten.

Ebenfalls positiv bewertete die Arbeitsgruppe die Vergabe von zehn Prozent leistungsorientierten Mitteln als Anreiz sowie die Vergabe von Mitteln aus dem VW-Vorab zur Stärkung von Forschungsaktivitäten an den Universitäten und Hochschulen.
Ferner attestiert die Arbeitsgruppe Niedersachsen, für die hohe Zahl von zusätzlichen Studienanfängerplätzen wirksam zusätzliches Geld über den Hochschulpakt von Bund und Ländern durch seine 1:1-Gegenfinanzierung bereitgestellt zu haben.
Die Arbeitsgruppe hob hervor, dass die Hochschulen die Studienbeiträge in Niedersachsen ganz deutlich als Vorteil im bundesweiten Wettbewerb um Studierende und Qualität bewerten.

Die Expertengruppe sprach unter anderem folgende fachliche Empfehlungen aus:

Das Land solle möglichst in einem vierjährigen Turnus anhand bestimmter Parameter wie Studierender, Flächen, Betriebskosten und Leistungsentwicklung die Grundbudgets der Hochschulen überprüfen. Ferner regten sie an, gegebenenfalls auch zu Lasten von Neubauten mehr Haushaltsmittel für die Bauunterhaltung bereitzustellen und zu erwägen, ob die Bauherreneigenschaft der Stiftungshochschulen auf die Hochschulen in staatlicher Trägerschaft übertragen werden könne. Die Leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) wird von der Arbeitsgruppe sehr positiv bewertet. Sie wird als „lebendiges System" gesehen, das in einer ständigen Weiterentwicklung steht, aber, so die Experten, es solle die Zahl der Studienanfänger für die LOM stärker berücksichtigt werden, wenn die Hochschulpaktmittel ausliefen.

Die Zielvereinbarungen des Landes bei den Finanzmitteln sollten noch stärker auf die Profilbildung der jeweiligen Hochschule fokussiert werden. Sie sollen durch einen Innovationspool untermauert werden. Um dabei eine bessere Transparenz zu erreichen und die Innovationsfähigkeit zu steigern, könnte dieser Pool aus vorhandenen, kleinteiligen Töpfen gespeist werden. Auch müsse seitens des Landes darüber nachgedacht werden, wie mit künftigen Risiken - beispielsweise durch ein Rücklagenmanagement - anders umgegangen werden könne.

Die Experten der Arbeitsgruppe wurden aufgrund ihrer langjährigen Expertise als Hochschulpräsidenten und ihrem Engagement im Hochschulwesen ausgewählt. Mitglieder waren Prof. Dr. Clemens Klockner, ehemaliger Präsident der Fachhochschule Wiesbaden, Prof. Dr. Hermann Kokenge, ehemaliger Präsident der TU Dresden sowie Prof. Dr. Helmut Ruppert, ehemaliger Präsident der Universität Bayreuth. Prof. Dr. Frank Ziegele von der CHE übernahm die Rolle als Moderator.

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