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Hochschuloptimierungskonzept (HOK) - 21. Oktober 2003

Beiträge der Hochschulen zur Haushaltskonsolidierung sowie zur Umstrukturierung und Optimierung des Hochschulsystems ab 2004

Das Hochschuloptimierungskonzept (HOK) beruht auf einer systematischen Betrachtung aller Hochschulen und intensiven Gesprächen des MWK mit den Leitungen aller Hochschulen unter dem Gesichtspunkt der Qualitäts-, Effizienz- und Effektivitätssicherung und -steigerung in den Hochschulen und im Hochschulsystem des Landes Niedersachsen insgesamt. Aus Sicht des Landes müssen die Hochschulen Niedersachsens in ihrer Differenzierung und ihren unterschiedlichen Profilen angesichts der internationalen Wettbewerbssituation der Hochschulen in allen ihren Aufgabenbereichen – Lehre und Studium, Forschung und Entwicklung, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, wissenschaftliche Weiterbildung und Dienstleistungen – für ihre zukünftige Entwicklung vor allem in ihrer Gesamtheit gesehen werden ("Universität Niedersachsen").

Deshalb wurden dem HOK auch bei der Festlegung des Kürzungs- und Umschichtungspotenzials je Hochschule im Wesentlichen vier Kriterien zugrunde gelegt:

1. Qualität in Forschung und Lehre: Dazu wurden für alle Bereiche die Ergebnisse von Evaluationen, in der Forschung insbesondere durch die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN), und die eingeworbenen Drittmittel, in der Lehre insbesondere die Ergebnisse der Evaluation durch Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur (ZEvA) herangezogen.

2. Studentische Nachfrage: Hier wurden insbesondere längerfristig unterausgelastete Bereiche; Bereiche mit geringer Nachfrage durch Studierende und solche mit geringer Absolventenquote geprüft.

3. Quantitativer Anteil Niedersachsens: Geprüft wurde, in welchen Bereichen Niedersachsen überproportional zu seinem Bevölkerungsanteil ausbildet, ohne dass dies durch Arbeitsteilung unter den Ländern geboten ist.

4. Arbeitsmarkt: Geprüft wurden Bereiche, in denen eine Reduzierung unter Arbeitsmarktgesichtspunkten sinnvoll und geboten erscheint. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 80 Prozent der Studierenden – auch an Universitäten - von den Hochschulen eine gute Berufsausbildung erwarten.

Angesichts der Kürzungen - 40,651 Mio € im Haushaltsjahr 2004 und weiterer rund 10 Mio € im Jahr 2005 - sowie in vielen Fällen zudem bestehender Ausstattungsdefizite sind weitreichende strukturelle Eingriffe, wie die Schließung von Studiengängen, von Instituten, auch Fachbereichen und Standorten, unausweichlich. Lineare Kürzungen ('Rasenmäher-Methode') hätten flächendeckende Schädigungen oder erhebliche Funktionsbeeinträchtigungen in weiten Bereichen der Hochschulen zur Folge. Sie müssen daher möglichst vermieden werden. Außerdem sind die Kriterien des Wissenschaftsrats zur Finanzierung von Hochschulinvestitionen durch den Bund in der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau insbesondere für die Fachhochschulen zu beachten; danach sind für einen Fachhochschulstandort rund 1.500 flächen- und personalbezogene Studienplätze und vier voneinander unabhängige Studiengänge vorzuhalten.

Die folgenden Übersichten zeigen die auf die Hochschulen entfallenden Kürzungen. Die Raten für das Haushaltsjahr 2004 stehen hochschulkapitelscharf fest. Auch die Raten für 2005 wurden weitgehend festgelegt. Hierzu wird - sofern nötig - im Zuge der Aufstellung des Haushaltsplans 2005 nachverhandelt.

Ab 2006 sollen des Weiteren Potenziale zur Umschichtung freigesetzt werden (Optimierungskomponente); auch hierzu werden in den folgenden Übersichten Größenordnungen genannt, die im Lichte der weiteren Entwicklung überprüft und ggf. nachjustiert werden müssen.

Den Kürzungsbeträgen wurden Stellenäquivalente in einer Wertigkeit vo 45.000 € pro Stelle zu Grunde gelegt (Durchschnittswert einer Stelle im Hochschulbereich). Damit wird deutlich, dass die strukturellen Änderungen im Zuge von Kürzungen und Umschichtungen durch dauerhafte Stellenabgänge bzw. -verlagerungen umgesetzt werden sollen.

Die Raten wurden mit den Hochschulleitungen in rund 50 Gesprächsrunden bilateral, zu einzelnen Fächern oder Problemstellungen auch multilateral verhandelt, aber nicht immer einvernehmlich festgelegt. Zu einer Reihe von Fächern und Einrichtungen bedarf es weiterer Verhandlungen mit einzelnen Hochschulen, insbesondere bei Überlegungen und Planungen, die ganze Fächerbereiche oder mehrere Hochschulen oder die Fächerrepräsentanz im Land betreffen, wie z.B. in den Agrarwissenschaften. Diese sind im Folgenden nur genannt, wenn sich bereits konkrete Lösungswege abzeichnen.

Die Landeshochschulkonferenz wurde am 15. Mai, am 16. Juli und am 25. August 2003 eingehend über das konzeptionelle Vorgehen beim HOK und die Finanzsituation informiert. Die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN) wurde informell in die Überlegungen einbezogen. Das Landesarbeitsamt Niedersachsen-Bremen wurde zu Arbeitsmarktperspektiven gefragt; entsprechende Statistiken ausgewertet. Positionen von Berufsverbänden und Berufsfachverbänden sowie von Kammern wurden bei die Überlegungen mit berücksichtigt. Bei den Entscheidungen zum Bauwesen wurde insbesondere die Position der Architektenkammer Niedersachsen zu Standortüberlegungen herangezogen. In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Kultusministerium wurde die voraussichtliche Entwicklung im Lehramtsbereich in die Überlegungen zum HOK einbezogen.

Neben den je Hochschule erwähnten Strukturveränderungen mit dem Ziel, Stärken zu stärken und Schwachstellen, die nicht behoben werden können, aufzugeben, sind im Rahmen von Optimierung des Gesamtsystems zwei wesentliche strukturelle Maßnahmen unerlässlich:

  • Vollständige Umstellung der Studienstruktur auf Bachelor/Master (BA/MA) - einschließlich Lehramt und Geisteswissenschaften. Damit soll die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtsystems und seine Durchlässigkeit für die Studierenden gewährleistet werden. Dies ist unerlässlich angesichts von Profil- und Schwerpunktbildung und der Tatsache, dass wegen der Differenzierung der Wissenschaften und ihrer Kosten nicht mehr an allen Standorten alle bisher dort vertretenen Fächer vorgehalten werden können.

  • Eine weitere wesentliche Strukturmaßnahme ist der Ausbau telematisch gestützter Lehre (Multimedia). Dies ergibt sich auch aus Profilbildung und Arbeitsteilung zwischen den Hochschulen. Darüber hinaus ist telematisch gestützte Lehre auch für die als Folge von Studiengangsschließungen notwendig werdenden auslaufenden Betreuungsmaßnahmen hilfreich.

Die Umsetzung des Hochschuloptimierungskonzepts wird dadurch erschwert, dass wegen des in vielen Hochschulen bereits weit vorangeschrittenen Generationswechsels in der Professorenschaft vielfach Stellen nicht zeitnah im erforderlichen und vorgesehenen Umfang frei werden. Hinzu kommt, dass nach geltender Rechtslage betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind, obwohl die Hochschulleitungen diese Möglichkeit bei der Schließung von Studiengängen und Einrichtungen für eine effiziente Umsetzung der Strukturänderungen für notwendig halten. Bei der Schließung von Studiengängen ist zudem eine auslaufende Betreuung der Studierenden sicherzustellen, was sich ebenfalls verzögernd auf die Umsetzung des HOK auswirkt. Eine 'Umschichtung‘ von Studierenden an andere Hochschulen ist ebenfalls ausgeschlossen. All dies hat zur Folge, dass die Hochschulen durch die Kürzungsraten insbesondere in den Jahren 2004 und 2005 verstärkt monetär belastet werden, was mit Funktionsbeeinträchtigungen einher gehen könnte.

Im Folgenden können Sie das gesamte Hochschuloptimierungskonzept einsehen, in dem zu den einzelnen Hochschulen – Universitäten, künstlerischen Hochschulen und Fachhochschulen, jeweils alphabetisch angeordnet – Aussagen gemacht werden.

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