Kunstschulen in Niedersachsen
Als dritter Lernort neben Elternhaus und Schule sind die Kunstschulen als außerschulisches Angebot im musisch-ästhetischen Bereich eine bereichernde Ergänzung. Das ästhetische Lernen hat neben der Bereicherung, die bewusstes Wahrnehmen und Gestalten an sich bietet, die besondere Funktion, Fantasie zu zulassen, Kreativität zu fördern, Flexibilität zu erzeugen und im Umgang mit Mensch und Material, die Toleranz und Kooperationsfähigkeit zu stärken.
Rund 40 Kunstschulen in Niedersachsen sind Mitglied im Landesverband der Kunstschulen e.V., den das Land Niedersachsen in seiner Arbeit unterstützt. Projektmittel können die Kunstschulen beim Träger der regionalen Kulturförderung je nach Zugehörigkeit bei den niedersächsischen Landschaften, Landschaftsverbänden, der Region Hannover und der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz beantragen.
Neues Modellprojekt in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen
"Kunstschule 2020" - Neue Strukturen für kulturelle Teilhabe - Modellprojekt Strukturfördermaßnahmen von Kunstschulen (2010-2011). Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und den Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e. V. (LKVS).
Für 2011 und 2012 sieht die Projektförderung unter dem Titel „Kunstschulen 2020" Möglichkeiten der Strukturförderung vor.
Mit einer gezielten Strukturförderung soll den starke Konkurrenzen der Kunstschulen begegnet werden:
- immer mehr Ganztagsschulangebote lassen die Klientel der Kunstschulen besonders am Nachmittag stark zusammenschrumpfen;
- immer mehr und immer neue Freizeitangebote führen insgesamt zu einer geringeren Nachfrage.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und die Kunstschulen vor Ort zu stärken, haben MWK und LVKS gemeinsam ein Modellprojekt zur Strukturförderung von Kunstschulen konzipiert.
Bezogen auf die Frage „Wie sieht (m)eine Kunstschule für meinen Standort im Jahr 2020 aus?" bedeuten dies konkret:
- Kunstschulen entwickeln entsprechend den lokalen Rahmenbedingungen ein für sie gültiges Struktur- und Handlungskonzept sowie ein eigenständiges Profil und
setzen dies um;
- Kunstschulen gewährleisten durch konsequente Personalpolitik künstlerische und pädagogische Qualität;
- Kunstschulen bereiten einen Generationenwechsel vor und binden das ‚neue' Ehrenamt sinnvoll ein;
- Kunstschulen entwickeln neue inhaltliche und methodische Vermittlungskonzepte für alte und neue Zielgruppen;
- Kunstschulen erarbeiten neue Finanzierungsmodelle.
Das Projekt strebt durch die Verknüpfung von Motivierung, Professionalisierung und begleitendem Veränderungsmanagement an, die Handlungskompetenz von Kunstschulen zu stärken und sie zukunftsfähig zu machen. Die Teilnehmer werden für die Entwicklung von Organisations-, Angebots- und Finanzstrukturen befähigt.
Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt auf Empfehlung der Niedersächsischen Kunstschulkommission im Jahr 2011 zwölf Kunstschulprojekte. Die Förderung findet im Rahmen des zweijährigen Projekts für Strukturfördermaßnahmen von Kunstschulen „Kunstschule 2020 - Neue Strukturen für kulturelle Teilhabe" statt. Insgesamt stehen hierfür 100.000 Euro pro Jahr bereit.
Kulturministerin Professor Dr. Johanna Wanka äußerte hierzu: „Mit dem Strukturförderprojekt Kunstschulen 2020 fördert das Land Niedersachsen zwölf Kunstschulen, die sich für die Zukunft neu aufstellen wollen. Sie sind bereit, mutig neue Wege zu beschreiten, dabei unterstützt das Land sie gern."
Eine Übersicht über die Förderung der Kunstschulen im Jahr 2011 finden Sie nebenstehend.
Modellprojekt Integration
In den Jahren 2007 und 2008 hat das Ministerium für Wissenschaft und Kultur ausgewählte Modellprojekte,
deren Schwerpunkt die Kooperation von Kunstschulen und Hauptschulen mit
einem hohen Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler ist,
gefördert. Im November 2008 fand dieses Projekt in einer gemeinsamen
Veranstaltung, mit den Kunstschulen und Kindern, die an den Projekten
teilgenommen haben, im Rahmen einer Ausstellung im Landesmuseum
Hannover, seinen Abschluss.
Generationenübergreifendes Projekt von Kunstschulen für 2009 und 2010
Bei
diesem aktuellen Projekt steht nun die demographische Entwicklung "Wir
werden weniger und wir werden älter" im Mittelpunkt. Das neue Projekt
trägt den Titel "Generationen verbinden". Der demographische
Wandel und mit ihm die Verschiebung der gesellschaftlichen
Altersverhältnisse hat gesellschafts- und wirtschaftspolitische
Prognosen durchaus gewinnbringende Auswirkungen auf die Kunst und
Kultur.
Hier finden Sie die ausgewählten Projekte.
Mitglieder der Kunstschulkommission:
Herr Burkhard Sievers - Koppelschleuse Meppen
Frau Katharina Schultz, Moormerland-Tergast
Frau Andrea Gogl, Kunstverein Hannover
Herr Dr. Torsten Scheid, Universität Hildesheim
Frau Cornelia Baumann - Fachbereichsleiterin Kultur und Schule der Stadt Nordhorn