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Niedersächsische Literaturstipendien 2019 vergeben

Björn Thümler: „Förderung ermöglicht Weiterentwicklung und kreative Entfaltung“


Von phantastischen Wesen, dem Weg in ein besseres Leben, Forellen und Maschinen: Kulturminister Björn Thümler hat die Literaturstipendien sowie das Übersetzerstipendium 2019 vergeben. In diesem Jahr fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fünf Autorinnen und Autoren mit insgesamt rund 45.000 Euro.

„Mit den Niedersächsischen Literaturstipendien möchten wir vielversprechende Autorinnen und Autoren ermutigen, ihr literarisches Schaffen weiter zu entwickeln“, sagt Thümler. „Mit den Stipendien tragen wir dazu bei, dass sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller kreativ entfalten können und erhöhen ihre Sichtbarkeit.“

Das Jahresstipendium erhält in diesem Jahr Nataly Savina (geboren 1978) für ihr Projekt „Katinkas Spiele“. Das mit 14.000 Euro dotierte Jahresstipendium soll der Autorin ermöglichen, ihr literarisches Projekt voranzubringen. „Katinkas Spiele“ erzählt aus der Perspektive einer Jugendlichen vom Elend Osteuropas und dem Weg in ein besseres Leben im reichen Westen. Das Romanvorhaben überzeugte die Niedersächsische Literaturkommission insbesondere durch die dichte Atmosphäre und das erzählerische Kalkül von Gegensätzen, wie Hoffnung und Enttäuschung, Offenheit und Manipulation, Spiel und bitterem Ernst.

Das Stipendium für Kinder- und Jugendbuchautoren geht an Annika Scheffel (geboren 1983) für das Projekt „Vilja, der Fee und die Rettung der Welt“. Die Autorin überzeugte die Literaturkommission insbesondere durch die große Leichtigkeit, mit der sie eine Geschichte erzählt, die von Not und Elend handelt. Zahlreiche Probleme belasten den an der Schwelle zwischen Kindheit und Pubertät stehenden Protagonisten der Erzählung. Dann tritt ein phantastisches Wesen in sein Leben. Für die Fortführung des literarischen Werkes erhält Annika Scheffel das mit 8.000 Euro dotierte Stipendium.

Iannis Kalifatidis (geboren 1964) bekommt das diesjährige Übersetzerstipendium für die Übersetzung des Romans „Der schwarze Obelisk“ von Erich Maria Remarque ins Griechische. Das Übersetzerstipendium ist mit 7.800 Euro dotiert. Der Roman porträtiert eine Gesellschaft in moralischer Auflösung, in der eine ganze Generation zu überleben versucht. Damit hat der Iannis Kalifatidis laut Literaturkommission ein Werk gewählt, dessen Inhalt auch für die Gesellschaft im heutigen Griechenland aktuell sein dürfte. Kalifatidis ist sowohl in Griechenland als auch in Deutschland eine feste Größe als Vermittler zwischen den Kulturen und tritt ebenfalls als Musiker und Moderator in Erscheinung.

Ein Arbeitsstipendium mit einer Dotierung von jeweils 7.500 Euro erhalten in diesem Jahr Alexander Rudolfi (geboren 1987) für „Willkommen im Bauch der Maschine“ und Leander Fischer (geboren 1992) für „Die Forelle“. Alexander Rudolfis Text setzt sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Die Literaturkommission hob den innovativen Ansatz und die Bereitschaft Rudolfis hervor, in einem formal frei beweglichen Text gegen traditionelle Verfahrensweisen anzuschreiben. Leander Fischer setzt in seinem Romanvorhaben literarische Mittel so ein, dass sich unterschiedliche Stimmen zu einer Geschichte fügen.

Weitere Informationen zu den Literaturstipendien sowie eine Übersicht der bisherigen Stipendiatinnen und Stipendiaten seit 2005 finden Sie unter: https://www.mwk.niedersachsen.de/startseite/kultur/kultursparten/literatur/stipendien_im_bereich_literatur/stipendien-im-bereich-literatur-90473.html


Die Stipendien werden auf Empfehlung der Niedersächsischen Literaturkommission vergeben.


Mitglieder der Niedersächsischen Literaturkommission sind:

• Dr. Tilmann Lahme, Verwalter der Professur für Mediengeschichte und kritische Publizistik an der Leuphana Universität Lüneburg

• Prof. Dr. Anke Detken, Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen

• Kathrin Dittmer, Leitung Literaturhaus Hannover

• PD Dr. Mareile Oetken, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fakultät III Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Koordinatorin für Kinder- und Jugendliteratur an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

• Astrid Becker, freie Übersetzerin in Hannover, erhielt 2014 das Übersetzerstipendium des Landes Niedersachsen für ihre Übersetzung des Romans „Wir sind nicht wir" von Matthew Thomas

• Dr. Susanne Tauss, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land

Presseinformationen
Artikel-Informationen

25.04.2019

Ansprechpartner/in:
Pressestelle MWK

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