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Landesbibliotheken

Niedersachsen besitzt mit der Landesbibliothek Oldenburg, mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel drei Landesbibliotheken und damit drei traditionsreiche Einrichtungen der niedersächsischen Bibliothekslandschaft. Als wissenschaftliche Universalbibliotheken mit überwiegend geisteswissenschaftlichem Sammelschwerpunkt sind sie moderne Dienstleistungseinrichtungen und versorgen komplementär auch die Universitäten des Landes. Als Regionalbibliotheken sammeln, archivieren und dokumentieren sie die literarische Produktion des Landes. Durch ihre reichen Altbestände an Handschriften und Frühdrucken sind alle drei Landesbibliotheken auch zu international gefragten Forschungseinrichtungen geworden. Umfangreiche Spezialsammlungen ergänzen die Bestände.

Die Landesbibliothek Oldenburg entstand 1792 als Großherzogliche Öffentliche Bibliothek. Im Gegensatz zu anderen Fürsten- und Hofbibliotheken war sie seit ihrer Gründung für die (zunächst wissenschaftliche) Öffentlichkeit zugänglich. Nach dem Ende des Landes Oldenburg gelangte sie 1946 in die Trägerschaft des neu gegründeten Bundeslandes Niedersachsen. Die Landesbibliothek Oldenburg ergänzt mit ihrem umfangreichen Altbestand und dem traditionellen Erwerbungsschwerpunkt bei den Geisteswissenschaften die Literaturversorgung der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Sie verfügt über rund 820.000 Medieneinheiten, darunter etwa 141.000 Drucke aus dem 15. bis 19. Jahrhundert (Stand: 1. Januar 2012). Besondere Sammelgebiete sind Geschichte und Landeskunde Nordwestdeutschlands, insbesondere Oldenburgs, sowie die Niederdeutsche Sprache und Literatur.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek geht auf ältere Bestände der Welfendynastie, der früheren Landesfürsten, zurück. Private Büchersammlungen niedersächsischer Fürsten sind schon im Mittelalter bezeugt. Bedeutung gewann die Bibliothek unter der Leitung von Gottfried Wilhelm Leibniz, der ihr 1676 bis 1716 als Präfekt vorstand. Heute konzentriert sich die GWLB verstärkt auf ein benutzerorientiertes Dienstleistungsangebot im Rahmen ihrer Schwerpunktbildung in den Bereichen Niedersachsen, Leibniz und Wissenschaftsgeschichte und auf ein breit gefächertes Kulturprogramm sowie Aus- und Fortbildung. Im Frühjahr 2004 wurde die Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen an der Niedersächsischen Landesbibliothek gegründet. Mit Beginn des Jahres 2005 erhielt die Bibliothek, deren Geschichte auf das Engste mit Leibniz verbunden ist, ihren neuen Namen: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Niedersächsische Landesbibliothek.

Die Herzog August Bibliothek ist eine der ältesten unversehrt erhaltenen Bibliotheken der Welt. Im Jahre 1572 gegründet, wurde sie durch die von Herzog August dem Jüngeren (1579 - 1666) systematisch zusammengetragene Büchersammlung von 135.000 kostbaren Handschriften und Drucken zur größten Bibliothek ihrer Zeit. Sie ist damit gleichsam ein unbeschädigtes kulturelles Gedächtnis und heute die zentrale Forschungs- und Studienstätte für die europäische Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Mit ihren derzeit über 160.000 Drucken des 17. Jahrhunderts stellt sie eine der reichsten Sammlungen der gedruckten Überlieferung dieser Epoche dar. Die Bibliothek besitzt heute rund 1 Million Bände, davon etwa 415.000 aus der Zeit vor 1850. Seit 1974 wurde die Bibliothek zu einem internationalen Forschungszentrum für die Erforschung der Frühen Neuzeit ausgebaut. Geleitet haben die Bibliothek im 17. bis 18. Jahrhundert keine geringeren als Gottfried Wilhelm Leibniz (von 1690 bis 1716) und Gotthold Ephraim Lessing (von 1770 bis 1781); letzterer schrieb in Wolfenbüttel neben seiner Tätigkeit als Bibliothekar mit "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise" seine bedeutendsten Werke. Und schließlich hat hier seit 1989 eines der teuersten Bücher der Welt seine letzte Herberge gefunden: das Evangeliar des Welfenherzogs Heinrich der Löwe. Heinrich hatte das Evangeliar - eine der schönsten Handschriften des deutschen Mittelalters - 1188 dem Braunschweiger Dom gewidmet.

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Augusteerhalle

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Augusteerhalle (Foto: HAB)

Artikel-Informationen

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Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2534

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