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Entwicklung und Etablierung von Schwerpunkten angewandter Forschung an niedersächsischen Fachhochschulen

1. Zielsetzung

Das Land Niedersachsen misst den Fachhochschulen als Ausbildungsstätte hochqualifizierter Fachkräfte und als Kooperationspartner für regionale wirtschaftliche Unternehmen und gesellschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiet der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung eine besondere Bedeutung bei.

Um an den Fachhochschulen leistungsfähige und dynamische Forschungsstrukturen zu etablieren und weiterzuentwickeln, die einem hohen Anspruch in Forschung, Entwicklung und Nachwuchsförderung gerecht werden, ist die Profilierung der Fachhochschulen in ihrem spezifischen regionalen Kontext und die Entwicklung und Etablierung von Schwerpunkten angewandter Forschung eine wichtige Voraussetzung. Gender- und Diversity-Aspekte sind dabei ebenfalls zu berücksichtigen.

2. Gegenstand der Förderung

Vor diesem Hintergrund sollen Schwerpunkte angewandter Forschung aus der Zusammenarbeit von Professorinnen und Professoren innerhalb einer Fachhochschule sowie mit regionalen Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in konkreten Forschungs- und Entwicklungsprojekten entlang übergreifender Themenbereiche entwickelt und im Sinne der Profilbildung an der Fachhochschule etabliert werden. Die Einbeziehung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit dem Ziel der akademischen Weiterqualifizierung ist dabei erwünscht.

Die Etablierung von Forschungsschwerpunkten orientiert sich an folgenden Eckpunkten:

  • Vernetzung und Intensivierung der hochschulinternen Kooperation der beteiligten Professorinnen und Professoren in der anwendungsorientierten Forschung
  • Bezugnahme auf die strukturellen Rahmenbedingungen der Region in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft
  • Kooperation mit regionalen Unternehmen (vorzugsweise KMU) und weiteren Einrichtungen der Region
  • Kooperation mit einer promotionsberechtigten Hochschule für die akademische Weiterqualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Kooperation mit weiteren öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen

Die zu etablierenden Schwerpunkte mit den konkreten Teilprojekten sollen sich möglichst auch an den Bedarfen angewandter Forschung und Entwicklung der beteiligten Kooperationspartner aus Wirtschaft und Gesellschaft orientieren und einen Beitrag zur Aktivierung des Innovationspotenzials in der Region leisten. Dabei soll auch das Innovationspotenzial berücksichtigt werden, das sich aus der Einbeziehung von Gender- und Diversity-Aspekten ergeben kann.

3. Voraussetzungen für die Förderung

Die Ausschreibung richtet sich an niedersächsische Fachhochschulen in staatlicher Verantwortung nach § 2 NHG.

Antragsberechtigt ist eine Gruppe von mindestens drei und maximal sechs Professorinnen und Professoren einer Fachhochschule, wobei eine Professorin bzw. ein Professor als Sprecherin bzw. Sprecher fungiert.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller sollen auf dem Gebiet des geplanten anwendungsorientierten Forschungsschwerpunktes ausgewiesen sein und über entsprechende Erfahrungen bei der Durchführung von Kooperationsvorhaben mit wirtschaftlichen Unternehmen (vorzugsweise KMU) und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen verfügen. Zudem ist sicherzustellen, dass sie in der interdisziplinären Zusammenarbeit und in der Kooperation mit Einrichtungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bereits Erfahrungen haben, die eine erfolgreiche Durchführung der Teilprojekte und die Zusammenführung der dort gesammelten Erkenntnisse für die Etablierung eines Schwerpunktes an der Fachhochschule gewährleisten.

Im Sinne der Profilbildung der Fachhochschule im regionalen Kontext ist die Kooperation mit Einrichtungen aus Wirtschaft und Gesellschaft in der Region durch entsprechende Kooperationsvereinbarungen bzw. belastbare Absichtserklärungen nachzuweisen.

Die Kooperation mit einer promotionsberechtigten Hochschule (Universität) zur akademischen Weiterqualifizierung der beteiligten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Graduierte) ist durch eine entsprechende Vereinbarung zur Durchführung kooperativer Promotionen zwischen der Fachhochschule und der Universität zu belegen.

4. Verwendung der Förderung

Gefördert wird jeweils die Entwicklung und Etablierung eines Schwerpunkts angewandter Forschung

über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren mit insgesamt bis zu 1 Mio. EURO

für die Durchführung konkreter wissenschaftlicher Teilprojekte. Die Fördermittel können für Personal- und Sachausgaben nicht jedoch für die Grundausstattung verwendet werden. Investitionen für Geräte sind bis zu einer Höhe von 100.000 EURO möglich. Es werden ausschließlich Fachhochschulen gefördert.

Die für die Sprecherin bzw. den Sprecher mögliche Reduzierung des Lehrdeputats um achtSWS können im Rahmen der Gesamtfördersumme beantragt werden.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller sind verpflichtet, im dritten Jahr der Förderung die bis dahin erzielten Ergebnisse der einzelnen Teilprojekte sowie den Status des Schwerpunktes angewandter Forschung im Rahmen einer von ihnen organisierten öffentlichen Tagung zu präsentieren. Diese Tagung soll unter Einbeziehung von externen Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern der kooperierenden Einrichtungen und Unternehmen die bisher erzielten Ergebnisse bilanzieren und Ausblick auf den noch verbleibenden Förderzeitraum geben. Für die Durchführung dieser Tagung sowie für weitere wissenschaftliche Veranstaltungen und/oder Publikationen können bis zu 20.000 EURO veranschlagt werden.

Bei der Einstellung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern mit dem Ziel der Promotion ist sicherzustellen, dass die Beschäftigungsdauer drei Jahre nicht unterschreitet.

5. Antragstellung und Auswahlverfahren

Derzeit sind keine neuen Ausschreibungstermine vorgesehen.

Die Antragstellung erfolgt über die Hochschulleitung, die dem Antrag eine Stellungnahme hinzufügen muss, in der insbesondere die strategische Bedeutung des geplanten Schwerpunktes für die Profilbildung der Fachhochschule erläutert werden soll.

Jede Hochschule ist berechtigt, pro Ausschreibungsrunde maximal zwei Anträge zu stellen.


Förderanträge sind in zehnfacher Ausführung (Druckfassung) bei der Geschäftsstelle der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen einzureichen. Den Anträgen ist eine elektronische Version (pdf) beizufügen.

Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen
Schiffgraben 19
30159 Hannover

Ein weiteres Antragsexemplar (Druckfassung) sowie eine elektronische Version (pdf) sind dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Referat 13, Frau Ammersdörfer) vorzulegen.

Das Verfahren zur Begutachtung der Anträge wird von der Geschäftsstelle der WKN koordiniert. Das MWK entscheidet über die Förderung auf Grundlage der Empfehlung der WKN.

Ansprechpartnerin:

Niedersächsisches Ministerium
für Wissenschaft und Kultur
Ulrike Ammersdörfer
Abteilung Forschung und Innovation, Referat 13
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel.: 0511/120-2440
E-Mail: Ulrike.Ammersdoerfer@mwk.niedersachsen.de

Cordie Schlegelmilch, Universität Vechta

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