Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur klar

Podiumsgespräch und Vorstellung der einzelnen Projekte

Vor dem Hintergrund der zentralen Thesen des Kulturforums - die Omnipräsenz der Digitalisierung in allen Lebensbereichen, ihr Potenzial für Partizipation und Interaktion und die aus ihr resultierende Auflösung des traditionellen Selbstverständnisses von Kultureinrichtungen - diskutierte Moderator Jürgen König abschließend mit Insa Lienemann (LKJ) und zwei der Referenten des Tages die Ausgangsfrage „Wohin geht die Reise?".

Lienemann berichtete, dass viele Kultureinrichtungen Niedersachsens digitale Medien in ihrer Arbeit einbänden, jedoch einzelne Projekte für sie keine ausreichende Antwort sein könnten - Kulturelle Bildung sei ein Langstreckenprojekt, das die Einbindung digitaler Medien dauerhaft bedenken müsse. Medienwissenschaftler Nohr und Kunstdidaktiker Meyer stimmten zu, dass die Veränderung im Kopf beginnen müsse und plädierten dafür, dass eine intensive Reflexion des eigenen Handelns, ein substantieller Austausch untereinander und eine Öffnung gegenüber der gesamtgesellschaftlichen Debatte über den digitalen Wandel jetzt in den Mittelpunkt der Arbeit der Verantwortlichen rücken sollte, um Kulturelle Bildung zukunftsfähig zu machen.

Vorstellung der einzelnen Projekte:

Projekt TOUCH:MUSIC! und tAPP

Smartphones und Tablets können mit Apps als Instrumente, mobile Studios und DJ-Pulte genutzt werden. Die intuitive Bedienung und die Gestaltung der Musikapps führen zu neuen, spielerischen Formen des Umgangs mit Musik. Dieses Potential nutzt das vom BMBF im Rahmen der Förderrichtlinie „Kulturelle Bildung" finanzierte Verbundprojekt „TOUCH:MUSIC" des UdK Berlin Career College und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Mit dem Projekt wurde 2015 das Weiterbildungsprogramm „tAPP" ins Leben gerufen, mit dem Musikerinnen und Musiker befähigt werden, in Kulturprojekten Kindern und Jugendlichen das Musizieren mit Apps näher zu bringen.


Projekt U_ACT (YOUNG AND CULTURE TICKET)

Mit dem Projekt „U_ACT" werden seit 2012 Jugendliche aus Oldenburg aufgerufen, einminütige Handyvideos zu produzieren, in denen Kultureinrichtungen die Hauptrolle spielen. Mit dem YOUNG ART & CULTURE TICKET erhalten die Jugendlichen kostenlosen und unbegrenzten Eintritt zu den acht teilnehmenden Museen der Stadt und dürfen diese als Drehorte nutzen. Die Videos werden allein oder in Kleingruppen produziert. Aus allen eingesandten Videos wählt eine Jury aus den beteiligten Häusern und Lehrkräften die drei besten Filme aus. U_ACT bringt den ständigen Begleiter der Jugendlichen - das Handy - und kulturelle Lebenswelt nicht nur zusammen, sondern trägt auch dazu bei, mit Hilfe des digitalen Mediums die Wahrnehmung und Reflexion von Kunst und Kultur zu schärfen.


Projekt Netzkultur als die neue Soziokultur? Erfahrungen aus dem Projekt „upgrade Pavillon"

Die Verantwortlichen des Hannoverschen Kulturzentrums „Pavillon" haben ihre Wiedereröffnung im Jahr 2014 zum Anlass genommen, ihr Programm und ihre Arbeitsmethoden vor dem Hintergrund des digitalen Wandels grundsätzlich zu hinterfragen. Unter dem Motto „upgrade Pavillon: lokales Kulturzentrum und digitale Welt" stellten sie sich der Frage, wie digitale Medien die soziokulturelle Praxis beeinflussen und herausfordern. Hieraus sind dauerhafte Vortragsreihen und Workshops sowie Aktionen entstanden, die vor allem Teilhabemöglichkeiten und Gleichberechtigung verschiedener sozialer Gruppen in mediatisierten Lebenswelten in den Mittelpunkt rücken. Zudem wurden die Veranstaltungsformate um mediale Möglichkeiten wie z.B. Skype-Konferenzen, Livestream-Übertragungen etc. ergänzt.


Projekt „Geocaching - Schatzsuche in Tostedt" im Rahmen von „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien"

In Tostedt haben das örtliche Kinder- und Familienzentrum, das Jugendzentrum sowie die Samtgemeindebücherei mit Unterstützung des Projekts „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" eine digitale Schatzsuche für Kinder entwickelt. Kinder werden hierbei über Abenteuergeschichten zum Thema Geocaching an das Prinzip der digitalen Schatzsuche herangeführt, erproben den Umgang mit GPS-Empfängern und gehen dann gemeinsam auf Schatzsuche, bei der sie ihre Region besser kennenlernen. Die
Methode sensibilisiert auf spielerische Art für eine zielorientierte Anwendung digitaler Medien und unterstützt den Erwerb von Lesekompetenz.


Projekt Museumspädagogik und Soziale Netze

Wie sich Soziale Netzwerke und digitale Medien für die Museumspädagogik nutzen lassen, erarbeitet ein Projekt der Akademie Remscheid und des Bundesverbands Museumspädagogik in Kooperation mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (bkj). Museumspädagoginnen und -pädagogen und Freiwillige im FSJ Kultur entwickeln hierzu im Tandem Projektvorhaben und Ideen. Entstanden sind hieraus z.B. Konzepte zum Digital Storytelling und ein Projekt, bei dem Jugendliche über die Ausstellung in einem Museum Seniorinnen und Senioren an die Nutzung digitaler Medien heranführen.

Kulturelle Bildung und digitale Medien
Artikel-Informationen

23.12.2015

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat 32
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 05111202422

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