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Kulturministerium vergibt drei Jahresstipendien für Bildende Kunst 2026

Minister Falko Mohrs: Helfen, künstlerisches Potenzial weiterzuentwickeln


Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs zeichnet 2026 drei herausragende bildende Künstlerinnen und Künstler mit Jahresstipendien aus. Die Stipendien sind mit jeweils 12.000 Euro dotiert. Darüber hinaus besteht für die Kunstschaffenden die Möglichkeit, einen Teil des Förderzeitraumes in den Künstlerhäusern in Worpswede zu verbringen. Die Auszeichnungen erfolgen auf Empfehlungen der Niedersächsischen Kunstkommission.

Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs: „Unsere Förderung setzt genau dort an, wo künstlerische Arbeit Zeit, Konzentration und Freiräume braucht: Mit den Jahresstipendien für Bildende Kunst ermöglichen wir Künstlerinnen und Künstlern, ihr künstlerisches Potenzial gezielt weiterzuentwickeln und mutige, eigenständige Positionen zu verfolgen. Die ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten stehen exemplarisch für die Vielfalt, Reflexions- und Innovationskraft der zeitgenössischen Kunst in Niedersachsen.“

Ein Jahresstipendium geht an Carlotta Oppermann (*1995) aus Hannover. Die Kunstkommission: „Carlotta Oppermann begreift den Körper nicht als stabile Einheit, sondern als ein Gefüge aus Materialien, Gewohnheiten und sozialen Einschreibungen. In ihren Performances, Videos und Installationen treten Kleidung, Stoffe und vorgefundene Objekte als eigenständige Akteure auf, die Bewegungen lenken, Gesten hervorbringen und den Körper zugleich schützen wie begrenzen. Persönliche Fundstücke – etwa ein über Jahre getragener Arbeitsanzug – fungieren dabei als Träger von Zeit, Erinnerung und Arbeit und verwandeln sich im performativen Vollzug in temporäre Konstellationen aus Körper, Material und Raum. Zeichnungen und Collagen erscheinen in diesem Zusammenhang weniger als autonome Bildwerke denn als Spuren eines fortlaufenden Prozesses, in dem sich Körper, Material und Raum gegenseitig beeinflussen. So entfaltet sich Oppermanns Praxis zwischen Performance, Objekt, Zeichnung und Collage als eine stille Untersuchung darüber, wie sehr der menschliche Körper von den Dingen geformt wird, die ihn umgeben.“

Der in Hannover ansässige Künstler Justus Linnekugel (*1992) schaut auf die privaten wie institutionellen Rahmenbedingungen seiner westlichen Sozialisation – auch die der Kunst. In seinen Gemälden werden das bürgerliche Schlafzimmer wie auch die Eigenheimidylle zu prekären Orten. Vertraute christliche Monumentalbauten und wirkmächtige Symbole erscheinen nur noch als Versatzstücke in mehrteiligen Bildtafeln aus Leinwand und vorgefundenem Material. Ist auf die Malerei Verlass? Immerhin finden sich bei Linnekugel zahlreiche Verweise an den großen Kunst- und Weltbefrager Sigmar Polke.

Das dritte Jahresstipendium erhält der in Braunschweig lebende Künstler Hae Kim (*1983). Die Kunstkommission: „Das Abschleifen von Material stellt in der künstlerischen Praxis einen alltäglichen Vorgang dar, der meist keiner näheren Erläuterung bedarf, da er häufig lediglich einen notwendigen Zwischenschritt innerhalb eines umfassenderen Arbeitsprozesses bildet. Anders verhält es sich im Werk des Künstlers Hae Kim: Mit beinahe mönchischer Geduld reibt Kim über die Dauer eines Tages hinweg die Papierseiten von Büchern ab, um aus dem dabei entstehenden Staubmaterial ein Wort zu drucken, das den jeweiligen Arbeitstag prägnant charakterisieren soll. Der aus den Büchern getilgte Inhalt erfährt durch diesen Druckvorgang eine neue Form der Manifestation. Angesichts der kontemplativen Entstehungsweise sowie der konsequent konzeptuellen Umsetzung gewinnt das Resultat eine nahezu existenzielle Dimension und führt dem Betrachter eindrücklich den Kreislauf von Werden und Vergehen vor Augen.“

Hintergrund:

Die Jahresstipendien im Bereich der Bildenden Kunst richten sich an freiberufliche Künstlerinnen und Künstler, die ihren ersten Wohnsitz oder ihren Produktionsstandort (Atelier, Ausstellungen) in Niedersachen haben. Der Niedersächsischen Kunstkommission gehören an:

  • Sergey Harutoonian, Österreichische Galerie Belvedere, Wien
  • Dr. Burkhard Krüger, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  • Prof. Dr. Astrid Mania, Professorin für Kunstkritik und Kunstgeschichte der Moderne an Hochschule für bildende Künste Hamburg
  • Prof. Dr. Bärbel Schlüter, Professorin für Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Universität Osnabrück
  • Lukas Zerbst, freier Künstler

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Artikel-Informationen

erstellt am:
22.04.2026

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
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