Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Netzwerk Provenienzforschung

Museen arbeiten landesweit zusammen


Das Netzwerk für Provenienzforschung

Niedersachsen unterstützt die rund 650 Museen und Sammlungen im Land darin, die Herkunft (Provenienz) ihrer Kulturgüter zu erforschen.

Dazu hat das Niedersächische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) 2015 das Netzwerk für Provenienzforschung eingerichtet und damit als erstes Bundesland eine Schnittstelle zum Deutschen Zentrum Kulturgutverluste etabliert.

Das Netzwerk berät Einrichtungen zu allen Fragen der Provenienzforschung (NS-Raubgut, koloniale Kontexte, Beutegut, Kulturgutentziehungen aus der SBZ/DDR). Die Koordinationsstelle initiiert, begleitet und unterstützt Projekte, führt Informations-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen durch, dokumentiert Ergebnisse und hält diese nachhaltig nach. Das Netzwerk ist mit ca. 20 Gründungsmitgliedern gestartet, mittlerweile auf rund 80 Mitglieder und Partner aus Museen, Universitäten, Archiven, Bibliotheken, Verbänden und Stiftungen angewachsen – und steht allen Einrichtungen in Niedersachsen offen.


Schwerpunkt NS-Raubkunst

Ein Schwerpunkt der Netzwerkarbeit ist die Suche nach NS-Raubgut gemäß der „Washingtoner Prinzipien“ (1998) und der „Gemeinsamen Erklärung“ (1999), d.h. das Finden von gerechten und fairen Lösungen und die transparente Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, z.B. in der Lost Art-Datenbank, der PROVEANA-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste oder auch in der Reihe „Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen“ auf dem Server der UB Heidelberg.

Für die im Dezember 2025 neu etablierte Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut ist die Netzwerkkoordinationsstelle die zentrale Ansprechpartnerin in Niedersachsen.

Die Grundlagendokumente zur Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut (Schiedsordnung, Bewertungsrahmen, Muster für „Stehende Angebote“ und Schiedsvereinbarungen) sind hier zu finden.


Schwerpunkt Koloniale Kontexte

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Umgang mit Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten gemäß der „Ersten Eckpunkte“ (2019) und den darauf aufbauenden „Leitlinien“ (2025).

Im Sinne der 3-Wege-Strategie von Bund und Ländern führt das Netzwerk die Online-Datenbank des niedersächsischen PAESE-Projekts fort. Sie steht allen Einrichtungen in Niedersachsen zur transparenten Onlinestellung von Beständen aus kolonialen Kontexten offen. Die Datensätze werden sukzessive in das Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek ausgespielt.


Weiterführende Informationen: www.provenienzforschung-niedersachsen.de

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