Wissens- & Technologietransfer
Hochschulen und Forschungseinrichtungen helfen Unternehmen und Gesellschaft dabei, die Zukunft zu gestalten und sich erfolgreich an Veränderungen anzupassen. Sie sind wichtige Innovationstreiber, die einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg und zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und des jeweiligen regionalen Umfeldes leisten.
Neben Lehre und Forschung gewinnt diese „dritte Mission“ für Hochschulen an Bedeutung. Im Wesentlichen geht es dabei um die Anwendung und (Unterstützung bei der) Nutzung von Wissen als Beitrag zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Mit dem Wissenschaftsrat teilt das Land die Einschätzung, dass Transferaktivitäten als eine wesentliche Dimension wissenschaftlichen Arbeitens zu begreifen sind und das Umfeld einer wissenschaftlichen Einrichtung als Gelegenheits- und Verantwortungsraum zu verstehen ist.
Konkret tragen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf vielfältige Weise zu Innovationsaktivitäten in Unternehmen und zur wissensbasierten Weiterentwicklung unserer Gesellschaft bei: Neben dem persönlichen Austausch über Forschungskooperationen, der Auftragsforschung und Beratung, ist die Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen mittels Patentierung und Lizenzierung sowie die Unternehmensgründung von Forschenden und Absolvierende zu nennen. Auch Fachpublikationen, Weiterbildungen, öffentliche Veranstaltungen und die Wissenschaftskommunikation z.B. in Form von Medienbeiträgen leisten einen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer.
Dabei ist der interaktive Transfer in der Regel kein linearer, sondern ein wechselseitiger Austauschprozess. Die Wissenschaft profitiert von diesem ebenso wie die Praxispartnerinnen oder -partner, denn auch die Forschenden an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten durch diese Zusammenarbeit neue Erkenntnisse, die ihre eigene Arbeit bereichern. Dies gilt gleichermaßen für den Austausch mit fachkundigen Laien und der interessierten Öffentlichkeit.Niedersachsen
Das niedersächsische Hochschulgesetz nennt „die Förderung des Wissens- und Technologietransfers sowie von Unternehmensgründungen aus der Hochschule heraus“ als eine zentrale Aufgabe der Hochschulen. Gemeinsam haben die Landeshochschulkonferenz Niedersachsen und das MWK im Februar 2020 hierzu ein Positionspapier (PDF, 373 KB, nicht vollständig barrierefrei) veröffentlicht. Auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verfolgen – teilweise als Teil ihres Auftrags – dieses Ziel.
Niedersachsen verfügt an seinen Hochschulen über ein flächendeckendes Netz an Kontaktstellen für den Wissens- und Technologietransfer. Sie erleichtern insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen der Wirtschaft sowie den öffentlichen Einrichtungen Zugang zum Know-how und zu Forschungs- und Entwicklungskapazitäten der Hochschulen und stehen mit vielfältigen Dienstleistungen zur Verfügung. Mit dem Portal WissenN bieten sie einen Überblick über Technologie- und Wissensangebote sowie Kooperationsmöglichkeiten mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschatlern der niedersächsischen Hochschulen.
Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt den Wissens- und Technologietransfer an den Hochschulen durch gezielte Ausschreibungen, z.B. für Kooperationsprojekte im Rahmen der Europäischen Strukturfonds oder strukturelle Fördermaßnahmen).
Dabei ist es dem MWK ein besonderes Anliegen, dass mehr erfolgreiche Startups aus der Wissenschaft entstehen. In enger Kooperation mit dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Digitalisierung wird daher dieser Transferbereich unterstützt, so ist das MWK auch im Beirat Startup Niedersachsen vertreten.
Zudem finanziert das MWK außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, seien es regionale oder Bund-Länder finanzierte Institute. Einige von diesen verfolgen dezidiert den Wissens- und Technologietransfer, so beispielsweise das OFFIS - Institut für Informatik in Oldenburg, das IFNANO oder das Institut für Solarenergieforschung Hameln. Auch die niedersächsischen Institute der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft sind wichtige Transferpartner.
Die Geschäftsstelle Innovative Projekte der angewandten Hochschulforschung beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur ( AGIP-GS) berät in Fragen der Antragstellung von Förderprojekten im Rahmen der Europäischen Strukturfonds.
Die vom Ministerium geförderten Einrichtungen und Netzwerke des Wissens- und Technologietransfers sind Mitglied des Innovationsnetzwerkes Niedersachsen. Zudem wird unter gemeinsamer Schirmherrschaft der Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Wirtschaft seit 2018 der Innovationspreis Niedersachsen vergeben. Ebenso werden beim Durchstarterpreis des Landes (link) einmal im Jahr erfolgreiche Startups prämiert – u.a. in der Kategories Science Spin-offs.
Ergänzend werden Transferaktivitäten im Land beispielsweise über die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ oder Bundesprogramme gefördert.
Auch Projekte im Rahmen der Europäischen Forschungsförderung ermöglichen gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von niedersächsischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Sie leisten damit ebenfalls einen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer.
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