Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen klar Logo

Land vergibt Niedersächsische Literaturstipendien 2026

Kulturministerium fördert fünf Schriftstellerinnen und Schriftsteller


Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs zeichnet fünf Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit den niedersächsischen Literaturstipendien 2026 aus. Vergeben werden insgesamt 48.000 Euro für ein Übersetzungsstipendium sowie vier Projektstipendien, wovon eins für den Bereich Kinder- und Jugendliteratur vorgesehen ist. Die Auswahl erfolgte auf Empfehlung der Niedersächsischen Literaturkommission.

„Literatur ist kein bloßer Zeitvertreib. Sie erweitert unseren Horizont, erschließt uns neue Welten und Sichtweisen. Sie macht uns klüger, nachdenklicher und empathischer. Diese Kraft der Worte möchten wir als Land mit den Niedersächsischen Literaturstipendien fördern – und damit auch dazu beitragen, dass Niedersachsen als Kulturstandort attraktiv bleibt“, sagt Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs. „Mit den Literaturstipendien werden vielversprechende Projekte aus oder mit Bezug zu Niedersachsen ausgezeichnet. Ich wünsche den diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten viel Erfolg bei der Entwicklung ihrer Texte und Geschichten.“


Das Projektstipendium im Bereich Kinder- und Jugendliteratur in Höhe von 10.000 Euro erhält die Schriftstellerin Katharina Schlett (*1995) aus Hildesheim für ihr Romanprojekt „Fünf Fucking Jahre“. Die Literaturkommission begründet ihre Wahl wie folgt: „In ihrem geplanten Jugendroman „Fünf Fucking Jahre“ erzählt Katharina Schlett von der besonderen Freundschaft zweier junger Frauen. Gekonnt nähert sie sich aus Sicht der Jugendlichen dem schwierigen Thema von Gewalterfahrung und deren Folgen und stellt auch die Frage, welche Gültigkeit das eigene Erzählen gegenüber einer öffentlich medial verhandelten Geschichte hat.“

Anna Maria Eckert (*1979) aus Berlin erhält ein mit 10.000 Euro dotiertes Projektstipendium für ihr Projekt „Geschwisterlich“. „Im Rahmen ihres literarischen Essays „Geschwisterlich“ stellt Anna Maria Eckert Familie, Krankheit und Erbe ins Zentrum. In einem klaren, fast nüchternen Stil führt sie uns zu existenziellen Fragen, die durch die persönlichen Familienverhältnisse entwickelt, zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Verbindung gesetzt und durch literarische Verweise vertieft werden. Diese Form der autobiografisch fundierten Reflexion wird eindringlich vermittelt. Berührend ist der Essay, weil er vor Augen führt, dass man eben nicht nur Dinge erbt.“, so die Begründung der Literaturkommission.

Liv Mara Mahé Thastum (*1997) aus Berlin erhält für ihr Projekt „Aufzutauen das Eis“ein Projektstipendium in Höhe von 10.000 Euro. „Als Auseinandersetzung mit gewaltigen und gewaltsamen Eingriffen in die grönländische Natur und Kultur kommt Liv Mara Mahé Thastums Text „Aufzutauen, das Eis“ mit wenigen, präzise gesetzten Worten aus. Und lässt zwischen ihnen doch Welten entstehen, berührende Geschichten schwingen. Die des Entdeckers im Eis, einem von vielen, dessen Name hier keine Rolle spielen soll. Die des Mädchens mit der Trommel, das Anna genannt wurde, der Einfachheit halber. Die der eisigen Landschaft. Worte als Machtinstrument, Worte als kulturelles Gedächtnis. Und in jedem Wort ist die politische und persönliche Dringlichkeit zu spüren, mit der Thastum sich schreibend in diese karge Landschaft, in diesen schon lange bedrohten Lebensraum begibt“, so die Begründung der Literaturkommission, die dieses künstlerische Wagnis mit einem Projektstipendium fördern möchte.

Frank Schulz (*1957) aus Osnabrück erhält ein Projektstipendium in Höhe von 10.000 Euro für den Erzählungsband „Das Buch der Weißen Raben“. Die Niedersächsische Literaturkommission begründet die Vergabe des Stipendiums wie folgt: „Sein Text „Als Dr. phil. Büttner das Lesen verlernte“, der Teil des Erzählungsbands „Das Buch der Weißen Raben“ werden soll, überzeugt durch funkelnden Sprachwitz, lässige Freude am Spiel mit Wörtern und Phrasen sowie eine sehr gelungene Mélange aus Alltagsidiom und gehobener Schriftsprache. Tatsächlich ist die eigentliche Protagonistin seines Erzählens die Sprache: Mit ihr tanzt Frank Schulz, treibt Schabernack und spendet Trost. Wir würden gern weiterlesen…“.

Das mit 8.000 Euro dotierte Übersetzungsstipendium an Ana Zelin (*1979) wird für die Übersetzung der Reiseerzählung Beinahe Alaska von Arezu Weitholz vom Deutschen ins Spanische vergeben. Die Literaturkommission sagt: „Dem poetisch verdichteten Text der in Niedersachsen gebürtigen Arezu Weitholz mit seinen hintergründigen, berührenden und witzigen Beobachtungen nähert sich die Übersetzerin mit großer Sensibilität und außerordentlichem Fingerspitzengefühl.

Die Stipendien werden auf Empfehlung der Niedersächsischen Literaturkommission vergeben. Ihr gehören an: Kathrin Dittmer (Vorsitz, Literaturhaus Hannover), Prof. Dr. Thomas Boyken (Universität Oldenburg), Annika Scheffel (Autorin), Prof. Dr. Matthias Lorenz (Leibniz Universität Hannover), Volker Petri (Landesverband Nord des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Alexander Solloch (NDR Kultur) sowie Astrid Becker (Übersetzerin) als beratendes Mitglied.

Vernetzen Sie sich mit uns!

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ist in folgenden Social-Media-Kanälen präsent. (Hinweis: Mit einem Klick auf eins der Banner verlassen Sie unsere Website.)

Artikel-Informationen

erstellt am:
01.04.2026

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2599
Fax: 0511/120-2601

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln