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Kulturministerin Professor Dr. Wanka verleiht Literaturstipendien 2012

Niedersachsen fördert junge Autorentalente


Das Land Niedersachsen hat jetzt die mit insgesamt rund 37.000 Euro dotierten Jahres- und Arbeitsstipendien für Literatur sowie ein Übersetzerstipendium vergeben. Unterstützt werden Autoren und Übersetzer, die in Niedersachsen leben oder deren Werk mit dem Land verknüpft ist. Dieses Jahr wird Annika Scheffel mit dem Jahresstipendium ausgezeichnet, für die Arbeitsstipendien sind Victor Julius Galland, Christoph Winter und Kirsten Reinhardt ausgewählt und das Übersetzerstipendium erhält der Usbeke Mirsali Akbarov.

„Die Förderung des literarischen Nachwuchses liegt uns in Niedersachsen besonders am Herzen. Die hohe literarische Qualität der Werke der ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber zeigt, wie viel künstlerisches Potenzial in Niedersachsen steckt. Der Niedersächsischen Literaturkommission danke ich daher für ihre wertvolle Unterstützung bei der Auswahl unserer Stipendiaten“, so die Niedersächsische Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Das Jahresstipendium in Höhe von 14.000 Euro geht in diesem Jahr an die 1983 geborene Autorin Annika Scheffel. Dass sie mit einem experimentellen Zugriff auf hohem Niveau erzählen kann, hat Scheffel bereits mit ihrem 2010 erschienenen Debütroman „Ben“ bewiesen. In dem Romanprojekt „Ninive“ erzählt die Autorin im Rückblick von einem Ort, der nach dem Bau eines Staudamms komplett geflutet wird. „Erzählt wird weder im großen historischen Bogen, noch werden die vergangenen Ereignisse anekdotisch geordnet. Annika Scheffel fasst die Erinnerungsstücke in kurze Absätze, die selbst wiederum aus Bruchstücken bestehen, die vom Leser erst noch zusammengefügt werden müssen“, begründete die Niedersächsische Literaturkommission ihre Empfehlung.

Drei mit je 5.000 Euro dotierten Arbeitsstipendien gehen an Victor Julius Gallandi (geb. 1989) und Christoph Winter (geb. 1987), die beide in Hildesheim leben sowie Kirsten Reinhardt (geb. 1977) aus Walsrode, Landkreis Heidekreis. Sie setzten sich gegen rund 30 weitere Bewerber durch. Die Auszeichnungen sollen die Autoren in ihrer Arbeit und bei der Fertigstellung ihrer Werke unterstützen. Victor Julius Gallandi führt uns in seinem Romanprojekt „Kaspari“ in ein postapokalyptisches Europa, das in zwei Welten zerfallen ist. „Victor Gallandi erzählt in einem frischen, leicht ironischen Ton, der dem Leser all das vom zivilisatorischen Fortschritt hochrechnet, was in der Gegenwart bereits abzusehen ist“, so die Literaturkommission. Der Roman „Die Farben der Zeit“ von Christoph Winter erzählt von einem jungen Mann, der seine Heimatstadt Hamburg verlässt und in der Schweiz Zuflucht sucht. Obwohl die Geschichte ohne Dramatik abläuft, balanciere „der Text auf faszinierende Weise über einem Abgrund“, heißt es in der Begründung der Literaturkommission. Eine „seltsame und fast wahre Geschichte“ nennt Kirsten Reinhardt ihr Buch „Der Austauschfranzose“ im Untertitel. Das Projekt überzeugte die Literaturkommission vor allem durch die einfühlsame Verknüpfung realistischen Erzählens mit Fantasy-Elementen.

Das mit 7.800 Euro dotierte Übersetzerstipendium 2012 wurde Mirsali Akbarov (geb. 1955) aus Taschkent in Usbekistan zugesprochen, der Wilhelm Raabes „Stopfkuchen“ ins Usbekische übersetzen wird. Mirsali Akbarov hat bereits Prosa und Lyrik namhafter deutscher Autoren ins Usbekische übersetzt und in usbekischen Verlagen veröffentlicht, darunter Goethes „Maximen und Reflexionen“ und Hesses „Steppenwolf“. Er war mehrmals Gast im Schweizer Übersetzerhaus Looren, 2008 Stipendiat der Landeshauptstadt München in der Villa Waldberta und 2011 Stipendiat des Goethe-Instituts in Dresden-Hellerau.

Das Land Niedersachsen hat bereits in den vergangenen Jahren namhafte Autoren und Übersetzer gefördert. So erhielt beispielsweise Jan Brandt aus Leer 2010 ein Arbeitsstipendium und schrieb seinen Debütroman „Gegen die Welt“, der in Ostfriesland spielt. Im gleichen Jahr wurde Werner Schmitz aus Celle mit dem Übersetzerstipendium ausgezeichnet und übersetzte den Roman „Solar“ des bekannten britischen Schriftstellers Ian McEwan.

Weitere Informationen zu den Stipendien finden sich hier.
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Artikel-Informationen

07.03.2012

Ansprechpartner/in:
Pressestelle MWK

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2599
Fax: 0511/120-2601

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