Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur klar

Neue Kooperation für nachhaltige Agrarwirtschaft

Gemeinsamer Verbund gibt Impulse für zukunftsfähige Entwicklung in agrarischen Intensivregionen


Fünf Hochschulen arbeiten zukünftig in einem Kooperationsverbund mit Akteuren aus der Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertretern von Tier- und Naturschutzverbänden zusammen, um gemeinsam eine zukunftsfähige Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Nordwesten Niedersachsens zu fördern.

„Ziel ist es, ökonomische Belange mit Anforderungen des Umwelt-, Tier- und Naturschutzes bestmöglich in Einklang zu bringen. Die Wissenschaft erarbeitet dafür neue Handlungsansätze. Das Besondere dieser Kooperation ist der interdisziplinäre Ansatz, um gemeinsam nachhaltige Wandlungsprozesse zu gestalten", sagte Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, auf der heutigen Pressekonferenz in Hannover.

Mit der „Kooperation zur Transformationswissenschaft für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens" wird die Forschung in den Gebieten der Agrar- und Ernährungswirtschaft intensiviert. Zudem werden praxisrelevante Fragestellungen im gemeinsamen Dialog bearbeitet sowie der Wissens- und Technologietransfer ausgebaut. Die beteiligten Hochschulen kooperieren im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses und entwickeln gemeinsame Angebote in Studium und Lehre sowie in der Weiterbildung.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer betonte die Bedeutung der Kooperation für das Gelingen der sanften Agrarwende: „Es ist mittlerweile unstrittig, dass wir gerade in den Intensiv-Regionen zu konkreten Veränderungen kommen müssen. So zeigt der jüngste Nährstoffbericht den anhaltenden Düngerüberschuss und die daraus resultierende Nitratbelastung des Grundwassers in der Region. Aber auch in der Frage des zu hohen Antibiotika-Einsatzes und des Tierwohls muss die Region Nordwest Modellcharakter bekommen, um zu zeigen, dass Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit machbar sind. Ich freue mich, dass Forschung und Lehre dazu beitragen."

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen Aufgabenfelder wie die Entwicklung von modernen und ressourcenschonenden Produktionsformen, steigende Anforderungen an das Tierwohl sowie die Qualität der Lebensmittelproduktion. Zur Unterstützung ihrer Forschungsarbeit streben die Hochschulen eine gemeinsame Beteiligung an nationalen oder internationalen Programmen an. Auch ein Engagement im Rahmen der Förderlinie „Forschung für eine nachhaltige Agrarproduktion" aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab ist beabsichtigt.

An der Kooperation beteiligen sich die Universitäten Göttingen, Osnabrück und Vechta sowie die Hochschule Osnabrück und die Tierärztliche Hochschule Hannover. Prof. Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Universität Vechta: „Ich freue mich sehr, dass die Kooperation nun festgeschrieben ist und ihre Koordinierungsstelle an der Universität Vechta angesiedelt wird. Die etablierten Netzwerkstrukturen unserer Universität und die geografische Lage im Herzen der niedersächsischen Agrar- und Ernährungsindustrie sind exzellente Voraussetzungen für diese interdisziplinäre Kooperation. Wir entwickeln neue Lösungen - als Wissenschaft aus Niedersachsen für Niedersachsen und darüber hinaus."

Prof. Dr. Elke Pawelzik, Dekanin der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen: „Die beteiligten Partner der Kooperation werden aktiv Forschungsfelder erschließen, um den Wandel in Produktion, Verarbeitung und Konsum in der agrarischen Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens wissenschaftlich zu begleiten und Potenziale für die zukünftige Entwicklung der Region aufzuzeigen."

Akteure der Wirtschaft sind die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland sowie die Industrie- und Handelskammern Oldenburg und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Uwe Bartels, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland: „Die Wirtschaftsregion im Nordwesten Niedersachsens steht den zentralen Herausforderungen proaktiv gegenüber. Die Anpassungsprozesse sind mit einfachen Lösungen im Hau-Ruck-Verfahren nicht zu erreichen, will man die erfolgreichen Wirtschaftsstrukturen nicht beschädigen. Das durch den Verbund organisierte Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft schafft die Voraussetzung für zielführende Lösungen."

Die Zusammenarbeit wird in einem Wissenschaftlichen Beirat abgestimmt, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten Hochschulen vertreten sind. Ein zusätzlicher Fachbeirat, dem die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, des Wissenschafts- und des Landwirtschaftsministeriums sowie Akteure aus Tier- und Naturschutzverbänden angehören, begleitet die Zusammenarbeit der Hochschulen und gibt Anstöße für gemeinsame Projekte.

Zur organisatorischen Ausgestaltung der Kooperation wurde eine gemeinsame Koordinierungsstelle an der Universität Vechta eingerichtet. Diese wird mit jährlich 150.000 Euro finanziert, die hälftig von den fünf beteiligten Hochschulen und der Wirtschaft aufgebracht werden.

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Artikel-Informationen

22.02.2016

Ansprechpartner/in:
Pressestelle MWK

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2599
Fax: 0511/120-2601

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