Unter kultureller Bildung wird in erster Linie die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur (einschließlich der eigenen kulturellen Praxis) verstanden.
Die Vorstellungen über Inhalte und Methodik sowie über Sinn, Zweck und Zielsetzung von kultureller Bildung gehen jedoch auseinander. Da sich seit den PISA-Studien gezeigt hat, dass Schulen mit einem ausgewiesenen Kulturprofil in der Gesamtbewertung überdurchschnittlich gut abschneiden, ist diese Lesart des Begriffs kulturelle Bildung in den vergangenen Jahren besonders in den Vordergrund gerückt.
Somit kann man unter kultureller Bildung auch ganz konkrete Angebote von Bildungs- und Kulturinstitutionen aus den Bereichen Musik, Bildender Kunst, Literatur, Theater, Tanz, Gesang, Musik, Film, Fotographie etc. verstehen.
Kulturelle Bildung ist breit und komplex angelegt. Die unterschiedlichen Zugänge (Kunst, Pädagogik), auch die unterschiedlichen Teilsysteme (Jugendhilfe, Schule, Kultur) sowie die Vielfalt der Sparten belegen dies eindrücklich.
Interkulturelle Bildung
Eine weitere wichtige Herausforderung besteht darin, dass sich die Akteure der kulturellen Bildung noch stärker als bisher mit der Thematik der Einwanderungsgesellschaft auseinandersetzen müssen. Hier ist der Diskussionsstand in den verschiedenen Feldern der kulturellen Bildung sehr unterschiedlich. Gegenwärtig sind zwei Stränge zu beobachten: Zum einen wird der interkulturelle Aspekt in die "normale" kulturelle Bildungsarbeit von Einrichtungen implementiert. Zum anderen wird durch zusätzliche Vorhaben erprobt, wie interkulturelle Arbeit gelingen kann. In zunehmendem Maße wird dabei die Zusammenarbeit mit Migranten-Organisationen gesucht.
Zusammenspiel kulturelle Bildung und kulturelle Vermittlung
Für die kulturelle Kompetenz eines breiten Publikums ist eine kompetente, kontinuierliche Kulturvermittlungerforderlich. Kulturelle Bildung ist die Forderung und Förderung zu Kunst und Kultur. Das bedeutet zum einen, wie kann das Wirkungspotential von Kultur und Kunst besser ausgeschöpft wird. Zum anderen hat der steigende Legitimationsdruck, unter dem die Kulturförderung und d. h. hier die kulturellen Einrichtungen stehen, zu einer neuen Relevanz von Kultur- und damit auch Bildungsvermittlung geführt. Auch unter dem Begriff Kulturvermittlung verbergen sich unterschiedliche Ebenen:
- Kulturvermittlung als Kunstvermittlung soll den Zugang zu den professionellen künstlerischen Produktionen ermöglichen (Idee der Übersetzung).
- Kulturvermittlung (z. B. in den Kunst- und Musikschulen) ist die Vermittlung künstlerischer Techniken als Voraussetzung für ästhetisches Ausdrucksvermögen.
- Kulturvermittlung als Kulturpädagogik ermutigt Menschen zu eigenen kulturellen Ausdrucksweisen (kulturelle Kompetenz).
- Kulturvermittlung schafft und ermöglicht die Teilhabe am gesellschaftlichen (kulturellen) Leben (Kunstvermittlung als gesellschaftlicher Integrationsfaktor).