Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur klar

Ausschuss für Wissenschaft und Kultur – Minister stellt Arbeitsschwerpunkte vor

Thümler: „Wissenschaft und Kultur sind Standortfaktoren“


Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, hat in der heutigen (Montag) Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kultur des Niedersächsischen Landtages seine Arbeitsschwerpunkte für die 18. Wahlperiode vorgestellt.

„Wissenschaft und Kultur sind Standortfaktoren, die über die Zukunft eines Landes entscheiden. Wir wollen Forschung, Lehre und Kultur unseres Landes auf ein internationales Spitzenniveau führen. ‚Wissenschaft und Kultur aus Niedersachsen' soll zu einer weithin anerkannten Marke werden. Gleichzeitig müssen wir weiter verstärkt daran arbeiten, die Bereiche Wissenschaft und Kultur zu öffnen und ihre aktive Wertschöpfung für das Land und die Gesellschaft herausstellen", sagte Thümler.

Im Kulturbereich seien dafür die Landeskultureinrichtungen und ihre verlässliche, nachhaltige Finanzierung unverzichtbare Pfeiler. Thümler: „Die Landesmuseen und Staatstheater können sich weiterhin auf die Unterstützung des Landes verlassen."

Die Mehrzahl der Niedersachsen lebe nicht in Großstädten, sondern im ländlichen Raum. Trotzdem werde das kulturelle Angebot in Kleinstädten und Dörfern oft zu wenig beachtet oder gar als „provinziell" abgetan. „Dieser Tendenz müssen wir entgegenwirken. Eine wichtige Rolle spielen dabei die kommunalen Theater sowie kleine Museen undKultureinrichtungen - sie sollen gezielt unterstützt werden. Zum Beispiel wollen wir ein neues Investitionsprogramm für kleine und mittlere Museen und andere Kultureinrichtungen auflegen. Damit wollen wir unbürokratisch dort helfen, wo es nötig ist - wo es etwa durch die Decke tropft oder es Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit gibt", kündigte Thümler an. Zudem solle ein Bibliotheksentwicklungsprogramm aufgelegt werden, mit dem die Bibliotheken bei der Digitalisierung unterstützt und insbesondere im ländlichen Raum zu modernen Gemeinschaftszentren entwickelt würden.

Besonderen Wert legt der Minister auch darauf, das Interesse von Kinder und Jugendlichen an Kultur zu fördern. Thümler: „Mir ist wichtig, dass möglichst viele junge Menschen jeder Herkunft an kulturellen Angeboten teilhaben können. Das gilt für die urbanen Zentren genauso wie für den ländlichen Raum - dabei kommt der Kulturvermittlung in Kita und Schule eine besonders wichtige Rolle zu. Dem tragen wir zum Beispiel durch die Fortführung des landesweiten Musikalisierungs-Programm ‚Wir machen die Musik' Rechnung, das jährlich rund 37.000 Kinder erreicht."

Enorme Chancen würden sich in dieser Hinsicht auch durch die digitalisierte Zugänglichkeit des kulturellen Erbes ergeben. „Ein wichtiges Anliegen ist deshalb die Entstehung eines digitalen Denkmal-Atlasses, der einen bürgerorientierten, digitalen Zugang zu den reichen Kulturlandschaften und Kulturdenkmalen in Niedersachsen ermöglicht", betont Thümler.

Auch im Bereich Wissenschaft will der Minister die Themen Digitalisierung sowie Wissens- und Technologietransfer zu einem Schwerpunkt der Förderpolitik machen: „Diese Themen sollen im Mittelpunkt der künftigen Förderprogramme des VW-Vorabs stehen. Es ist darüber hinaus das Ziel der Landesregierung, unsere Hochschulen zu einem „Digitalen Campus Niedersachsen" zu vernetzen."

Ein zukunftssicherer Wissenschaftsstandort müsse wettbewerbsfähig sein, so Thümler weiter. „Die neue Landesregierung will starke Hochschulen in Niedersachsen. Die Landesregierung steht deshalb zur Hochschulautonomie einerseits und zu ihrer politischen Verantwortung für die Hochschulen andererseits. Gleichzeitig müssen wir das vorhandene Innovationspotenzial an unseren Hochschulstandorten stärker für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Sicherung des Wohlstandes nutzen - wir werden deshalb den Technologie- und Wissenstransfer ausbauen und die regionale Vernetzung mit Unternehmen stärken."

Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und der organisierten Zivilgesellschaft sei eine wichtige Aufgabe der Hochschulen. „Diese Aufgabe setzt eine angemessene Grundfinanzierung voraus", betont Thümler. „Deshalb meine ich, dass unsere niedersächsischen Hochschulen eine neue Balance zwischen Grundfinanzierung und Programmmitteln brauchen. Wo möglich und sinnvoll, soll die Grundfinanzierung auch durch die Überführung von Programmmitteln aufgestockt werden, insbesondere für Hochschulen, die im Bereich der Lehre überproportionale Leistungen erbringen. Für kleinere Universitäten, die stark von der Lehrerbildung geprägt sind wie Vechta oder Hildesheim aber auch die Universität Osnabrück werden wir eine Aufstockung ihrer Grundhaushalte auf den Weg bringen."

Eine weitere gesellschaftliche Entwicklung, der der Wissenschaftsstandort Niedersachsen aktiv entgegen wirken müsse, sei der akute Ärztemangel. „Die Anzahl der Medizinstudienplätze soll deshalb deutlich erhöht werden", kündigte der Minister an. „Durch den Ausbau der Hochschulmedizin in Oldenburg und die Umwandlung der Teilstudienplätze in Vollstudienplätze in Göttingen sollen bis zu 200 zusätzliche Medizinstudienplätze geschaffen werden.

Besondere Anstrengungen erfordere auch der Bereich des studentischen Wohnens. Thümler: „Durch die stark gestiegenen Studierendenzahlen in Niedersachsen hat die Nachfrage nach Wohnheimplätzen an vielen Hochschulstandorten zugenommen. Die Landesregierung wird deshalb den Bau neuer Wohnheimplätze in den Förderkatalog des Niedersächsischen Wohnraumfördergesetzes aufnehmen und ein Sonderprogramm auflegen, um die Studentenwerke finanziell zu unterstützen."

Ein bestimmendes Thema der anstehenden Haushaltsverhandlungen werden dem Minister zufolge die Kosten für die bauliche Neustrukturierung der Hochschulmedizin sein. „Der Investitionsbedarf für den Bereich der Krankenversorgung an der MHH und der UMG wurde Ende 2016 auf mindestens 2,1 Milliarden Euro geschätzt. Bereits nach einigen Wochen im Amt kann ich sicher sagen: Bei der genannten Summe wird es ganz sicher nicht bleiben. Wir rechnen über die gesamte Bauzeit der geplanten Vorhaben mit deutlich höheren Kosten", so Thümler. „Deshalb müssen wir dem aus der allgemeinen Rücklage eingerichtetenSondervermögen kontinuierlich weitere Gelder zuführen. Auch den Sanierungsstau an den sonstigen Hochschulen werden wir durch ein Hochschulbau-Investitionsprogramm 2030 angehen."

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Artikel-Informationen

18.12.2017

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