Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur klar

Vertriebene und Spätaussiedler erhalten eigene Anlaufstelle

Westmann: „Kulturelle, sprachliche und persönliche Fähigkeiten unserer Spätaussiedler stärker wertschätzen und nutzen“


Ein neu eingerichtetes Verbindungbüro beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) hat heute offiziell seine Arbeit aufgenommen. Es unterstützt die Arbeit der seit diesem März ehrenamtlich tätigen und vom Kabinett berufenen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann. Kulturminister Björn Thümler und die Landtagsabgeordnete Westmann haben die neuen Räume und das Team des Büros am Montag öffentlich vorgestellt.

„Niedersachsen hat durch seine ressortübergreifend arbeitende Landesbeauftragte die Möglichkeit, unbürokratisch und basisnah die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler zu erreichen. Frau Westmann wird als unabhängige Mittlerin zwischen den Menschen, ihren Verbänden sowie Verwaltung und Politik agieren“, sagte Thümler bei der Eröffnung des Büros in Hannover.

Gemeinsam wollten Kulturministerium und Landesbeauftragte auch die Chancen der Kulturpolitik nutzen, Brücken zwischen der Herkunftsgeschichte und Identität von Vertriebenen und Aussiedlern sowie ihrer neuen Heimat zu schlagen, erläuterte der Minister. Denn mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs habe immer noch jeder vierte Deutsche einen direkten Bezug zur Flucht und Vertreibung.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den berechtigten Wunsch von Heimatvertriebenen, dass ihre Geschichte, ihre Lebensleistung und ihre Identität angemessen gewürdigt werden, zu unterstützen. Wir sollten zudem die kulturellen, sprachlichen und persönlichen Fähigkeiten unserer Spätaussiedler stärker wertschätzen und nutzen. Sie sind eine Bereicherung für unser Land“, sagte Editha Westmann.

Die Landesbeauftragte und das Verbindungsbüro verstehen sich als Anlaufpunkt und Ombudsstelle. Westmann führt Akteure zusammen und ist zugleich Sprachrohr für die Bedürfnisse und Sorgen der Spätaussiedler und Heimatvertriebenen. Dies umfasst auch den Kontakt zum Bund der Vertriebenen und den Landsmannschaften. Mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und den vier anderen Länderbeauftragten setzt Westmann sich unter anderem für soziale Belange der Spätaussiedler ein. Das Verbindungsbüro ist organisatorisch dem MWK zugeordnet worden. Es verfügt über drei Vollzeitstellen (Leitung, Sachbearbeitung, Büro) und über 61.000 Euro Haushaltsmittel im Jahr. Damit werden die inhaltliche Arbeit, kleinere Projekte und Veröffentlichungen bestritten.

In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion bundesweit wieder von 1800 auf 7000 Menschen pro Jahr angestiegen. In Niedersachsen siedelten sich im Jahr 2012 nur rund 180 Spätaussiedler und im vergangenen Jahr mit rund 650 mehr als dreimal so viele Menschen mit deutschen Wurzeln aus Kasachstan, der Ukraine, den Gebieten um den Ural und der russischen Föderation an.


Kontaktdaten:
Verbindungsbüro zur Niedersächsischen Landesbeauftragten
für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft un Kultur
Georgsplatz 19, 30159 Hannover
Tel: (0511) 120 75 80
Fax: (0511) 120 99 75 89
Email: buero.landesbeauftragte@mwk.niedersachsen.de

Presseinformationen
Artikel-Informationen

13.08.2018

Ansprechpartner/in:
Pressestelle MWK

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2599
Fax: 0511/120-2601

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