Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur klar

Alphabetisierung und Grundbildung

In Niedersachsen können schätzungsweise rund 750.000 Menschen auch kürzere Texte nicht richtig lesen und schreiben. Sie gelten als funktionale Analphabeten. Die Ergebnisse der Studie „leo. - Level-One" an der Universität Hamburg zeigen, dass in ganz Deutschland 14 Prozent (7.5 Millionen) der deutschsprachigen Erwachsenen davon betroffen sind.

Für die Niedersächsische Landesregierung ist das Anlass genug, geeignete Bildungsformate und -konzepte zu entwickeln, um die Lebenssituation dieser Menschen nachhaltig zu verbessern. Lesen und Schreiben sind eine Grundvoraussetzung für die Arbeitsplatz- und Alltagskompetenz. Lesen und Schreiben sind wichtige Voraussetzungen für die eigene Selbstbestimmung (z. B. eine Bestellung im Cafe aufgeben) und die individuelle Geschäftsfähigkeit (z. B. einen Mietvertrag abschließen).

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Niedersächsische Landesregierung die Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit in der niedersächsischen Erwachsenenbildung als wichtige bildungspolitische Aufgabe. Sie nimmt einen hohen Stellenwert im Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz (NEBG) ein. Es werden jährlich rund 1 Mio. Euro aus dem Erwachsenenbildungsetat für ca. 80.000 Unterrichtsstunden der Alphabetisierungskurse zur Verfügung gestellt. Mithilfe dieser Landesförderung kann die Kursteilnahme für die Teilnehmenden günstiger angeboten werden. Pro Jahr erreichen die Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit ihrem umfangreichen Alphabetisierungs- und Grundbildungsangebot ca. 9.000 Teilnehmer.

2012 hat das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ergänzend zum bestehenden Alphabetisierungs- und Grundbildungsangebot in der Erwachsenenbildung fünf Regionale Grundbildungszentren eingerichtet, die 2013 um drei weitere Standorte ausgeweitet wurden.

Inzwischen ist die Arbeit dieser Grundbildungszentren in Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Hameln, Göttingen und Stade weit vorangeschritten.

Die Regionalen Grundbildungszentren übernehmen eine Ansprechpartnerfunktion für die Betroffenen, entwickeln und erproben neue Bildungsansätze zur Bekämpfung des Analphabetismus, die die Lebenswirklichkeit der Betroffenen in besonderer Weise berücksichtigen.

Die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung unterstützt und begleitet die Regionalen Grundbildungszentren inhaltlich. Sie entwickelt Handlungsempfehlungen und themenbezogene Fortbildungsangebote für Mitarbeitende der niedersächsischen Erwachsenenbildung im Bereich der Alphabetisierung und Grundbildung.

Die Regionalen Grundbildungszentren wurden im Jahr 2013 erfolgreich evaluiert. Ihre Förderung wird bis 2016 verlängert.

Mit diesem wichtigen Vorhaben beteiligt sich das Land Niedersachsen an der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland und beschreitet eigene innovative Wege zur Bekämpfung des Analphabetismus.

Ziel der Niedersächsischen Landesregierung ist der Ausbau des Kursangebotes sowie die Ermöglichung einer aufsuchenden und sensiblen Zielgruppenansprache und der Bündelung von Maßnahmen.

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