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Befragung bietet wichtige Datenbasis für zielgerichtete Kulturentwicklung

Heinen-Kljajić: „Wir wollen den Kulturschaffenden vor Ort mehr Spielraum geben“


Das Land Niedersachsen will seine Kulturentwicklung und -förderung gezielter an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten. Die Kulturangebote sollen künftig noch mehr Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen erreichen. Eine Grundlage dafür liefern Daten eines repräsentativen Kulturmonitorings im Auftrag des Landes. Es gibt unter anderem Aufschluss über die kulturelle Infrastruktur, die Kulturinteressen und das Nutzerverhalten von mehr als 2000 Befragten. Danach zeigten sich 78 Prozent der Niedersachsen grundsätzlich zufrieden mit dem Kulturangebot. Verbesserungswünsche gibt es regional bei Erreichbarkeit, Eintrittspreisen und bei Angeboten für jüngere Menschen.

Die Hälfte der befragten Niedersachsen besuchen ein- bis fünfmal jährlich kulturelle Veranstaltungen sowie regelmäßig Kulturfeste und Kinos. Angebote klassischer Kultureinrichtungen haben 71 Prozent bereits genutzt. Dabei ist das Kulturinteresse der Menschen nicht allein vom Faktor „ländlich“ oder „urban“ abhängig. Vielmehr spielen die Lage der Region und deren Angebote, Bevölkerungsstruktur und Bildung eine entscheidende Rolle bei der Teilhabe. Besonders stark ausgeprägt ist das Interesse der Menschen an ihrem regionalen Kulturangebot. Deshalb nimmt in Niedersachsen auch die „Breitenkultur“, die vor allem vom ehrenamtlichen Engagement lebt, eine größere Rolle ein als bundesweit.

Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajić: „Die Ergebnisse machen deutlich, dass es sinnvoll ist, die regionale Kulturförderung der Landschaftsverbände fortzusetzen. Um die kulturellen Angebote und deren Vielfalt in der Fläche noch zu stärken, werden wir der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur künftig mehr Spielraum und Eigenverantwortung geben. Professionelle Kulturanbieter und regional Kulturengagierte sollten stärker kooperieren, um die Mobilität von und zu Kulturangeboten zu verbessern“, so die Ministerin. Sie will die Förderung und den Ausbau ehrenamtlicher Strukturen im kulturellen Bereich, vor allem im ländlichen Raum sowie für die dort lebenden Migrantinnen und Migranten stärken.

Um genauere Kenntnisse zu einer noch zielgerichteteren Förderung der „Breitenkultur“ und des ehrenamtlichen Engagements vor Ort abzuleiten, erarbeitet die Universität Hildesheim derzeit eine Studie für das Land.

Weitere Erkenntnisse aus dem Kulturmonitoring sind unter anderem:

Vor allem die Menschen in den ländlichen Räumen im Nordosten Niedersachsens und Bewohner von Mittel- und Kleinstädten mit historischen Stadtzentren und kulturgeschichtlicher Vergangenheit sind überdurchschnittlich kulturinteressiert.

Jeder Fünfte ist Mitglied in örtlichen Kulturvereinen und -initiativen.

Knapp der Hälfte der Niedersachsen sind Landeseinrichtungen wie das Landesmuseum in Hannover (49%) als auch das Staatstheater in Hannover (44%) bekannt. Das sind auch die Einrichtungen, die am häufigsten besucht wurden.

Die meistgenannten Hinderungsgründe für den fehlenden Kulturbesuch sind zu hohe Eintrittspreise (34%) und zu weite Wege (19%). Dies trifft vor allem auf Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund, jüngere Befragte und Frauen zu.

Rund 46 Prozent der Niedersachsen verfolgen Veranstaltungshinweise bis in weiter entfernte benachbarte Städte mit einem Radius von mindestens 100 Kilometer.

Mehr als ein Drittel der Befragten (37%) ist schon einmal einer künstlerisch-kreativen Hobbyaktivität – zumeist einer musikalischen – nachgegangen.

Ehrenamtlich geleitete Vereine nehmen in Niedersachsen (43%) im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (24%) eine besonders wichtige Rolle ein.

Das Kulturangebot spielt allerdings nur für 44 Prozent der Menschen eine sehr wichtige oder wichtige Rolle bei der Wahl ihres Wohnortes.

Unzufriedener mit dem Kulturangebot sind jüngere Befragte, die noch zur Schule gehen. Besonders zufrieden zeigen sich dagegen Befragte mit hoher Schulbildung.

Den Unzufriedenen fehlen insbesondere Rock-Popkonzerte, Musicals, Kino, Comedy und Kulturfeste in ihrer Region. Bei den Älteren werden zusätzlich fehlende klassische Theaterangebote angegeben.

42 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Angebote aus anderen Kulturräumen.

Die ausführlichen Ergebnisse des Kulturmonitorings Niedersachsen finden Sie hier:
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Artikel-Informationen

07.10.2013

Ansprechpartner/in:
Pressestelle MWK

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2599
Fax: 0511/120-2601

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