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FAQ Corona-Virus

Fragen und Antworten für Wissenschaft, Kultur und Weiterbildung


Die Ausbreitung des Corona-Virus bringt in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens spürbare Veränderungen mit sich. Zur Eindämmung des neuartigen Virus und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat Niedersachsen weitreichende Maßnahmen ergriffen, die auch den Hochschulbetrieb, die Forschung und das kulturelle Leben betreffen. Die dynamischen Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet und Maßnahmen überprüft. Nachsteuerungen sind jederzeit möglich.


HOCHSCHULEN


Wann beginnen die Vorlesungen/der Lehrbetrieb?

Update vom 3. April 2020:
Die Vorlesungen des Sommersemesters 2020 haben in Niedersachsen in digitaler Form begonnen.

Mit Schreiben vom 13. März 2020 wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur die dringende Empfehlung ausgesprochen, den Lehrbetrieb in Präsenzform an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen in staatlicher Verantwortung auf den 20. April 2020 zu verschieben und den Vorlesungs- und Lehrbetrieb in Präsenzform an Fachhochschulen in staatlicher Verantwortung mit sofortiger Wirkung bis einschließlich 19. April 2020 auszusetzen. Sonstige Funktionen wie Forschungsbetrieb oder Verwaltung sollen – sofern dies vertretbar und verhältnismäßig ist – weiter aufrechterhalten bleiben. Die staatlich verantworteten Hochschulen haben sich den Empfehlungen angeschlossen. Wir werden Sie an dieser Stelle aktuell informieren, sollte eine möglicherweise veränderte Sachlage angepasste Empfehlungen notwendig machen.

Warum wurde der Vorlesungsstart verschoben?

Das Ministerium hat gemeinsam mit den Hochschulen entschieden, den Start für Präsenzveranstaltungen zu verschieben, um das Infektionsrisiko zu verringern.

Gilt das auch für die Hochschulen in privater Trägerschaft?

Wir haben unsere Empfehlung, den Vorlesungsstart zu verschieben, auch den Hochschulen in privater Trägerschaft zur Verfügung gestellt. Für weitere Informationen ist eine Nachfrage bei der jeweiligen Hochschule sinnvoll.

Welche Folgen ergeben sich aus der Verschiebung des Vorlesungsbeginns für den Bezug von BAföG?

Schließungen von Ausbildungsstätten bzw. Verlängerung von vorlesungsfreien Zeiten aufgrund der Corona-Pandemie sind förderungsrechtlich unschädlich. Das gilt auch für Studienanfänger, deren Ausbildung dann ausnahmsweise mit einer vorlesungsfreien Zeit beginnt. Dies hat das für das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) zuständige Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entschieden.
Sobald ein Online-Lehrangebot zur Verfügung gestellt wird, um den Ausbildungsbetrieb auf diese Weise aufrecht zu erhalten, sind die Auszubildenden verpflichtet, an diesem Online-Lehrangebot teilzunehmen, um weiter BAföG-Leistungen beziehen zu können.


Wird das Semester verschoben oder verkürzt?

Diese Frage ist noch nicht endgültig entschieden, da sie auch von den weiteren Entwicklungen abhängt. Wir stehen dazu mit den Hochschulen in engem Austausch. Wir haben den Hochschulen gebeten, dem gesundheitlichen Schutz höchste Priorität einzuräumen und flexible Lösungen zu finden. Dies gilt auch hinsichtlich etwaiger Hochschulprüfungen. Da das Prüfungswesen bezüglich Hochschulprüfungen im Selbstverwaltungsrecht der Hochschulen liegt, haben wir der Landeshochschulkonferenz empfohlen, geeignete Regelungen zu treffen, um durch die um Pandemie bedingte Erschwernisse und Verzögerungen auszugleichen und die Erbringung von Prüfungsleistungen erforderlichenfalls bis zum 31. Mai 2020 zu ermöglichen. Wir werden Sie an dieser Stelle weiter über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Welche Konsequenzen hat die Absage von Präsenzlehrveranstaltungen für Prüfungen?

Wichtig ist, dass durch die derzeitige Situation keiner und keinem Studierenden ein Nachteil entsteht. Ob eine Hochschulprüfung angesichts der aktuellen Entwicklungen stattfindet, entscheidet die jeweilige Hochschule. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat den niedersächsischen Hochschulen mit Schreiben vom 26. März 2020 empfohlen, Prüfungen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht stattfinden zu lassen. Ausfallende Prüfungen müssen nachgeholt werden. Der Nachholtermin wird von der jeweiligen Hochschule zu gegebener Zeit festgelegt und mit einer angemessenen Vorlaufzeit vor dem Prüfungstermin bekannt gegeben.

Ausnahmen sind möglich, wenn bei der Prüfung die erforderlichen Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus getroffen werden und durch die Prüfung ein Beitrag zur Daseinsfür- und -vorsorge geleistet werden kann – beispielsweise im Bereich der Medizin, der Pharmazie und der medizinnahen Berufe. Grundsätzlich sollten dabei alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Können entfallene Lehrveranstaltungen auch während des Sommersemesters nachgeholt werden?

Die Entscheidung darüber, ob das Lehrangebot zu einem späteren Zeitpunkt intensiviert wird, treffen die Hochschulen in eigener Verantwortung. Dabei müssen sie darauf achten, dass die Studierbarkeit gewährleistet ist. Optionen für die Hochschulen sind etwa Online-Lehre oder eine Verdichtung an Seminaren.

Sind die Bibliotheken geöffnet?

Die Bibliotheken an den Hochschulen sind für den Präsenzbetrieb geschlossen. Zu Fragen etwa einer Online-Ausleihe sind die Regelungen der einzelnen Hochschulen zu beachten.

Sind die Mensen geöffnet?

Mit Erlass des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums vom 20. März 2020 sind die Mensen geschlossen.


Können Bachelor- oder Masterarbeiten abgegeben werden?

Ja, das ist weiterhin möglich. Auf welchem Wege dies möglich ist, regeln die Hochschulen in eigener Zuständigkeit. Auskünfte erteilt das jeweilige Prüfungsamt.

Gibt es eine Verlängerung bei der Abgabe von Hausarbeiten oder anderen Abschlussarbeiten?

Die Regelung der Prüfungsangelegenheiten liegt bei den Hochschulen. Da die Prüfungsumstände sehr unterschiedlich sein können, bedarf es der Einschätzung der Prüfungsämter vor Ort, ob z. B. eine Verlängerung der Fristen sinnvoll erscheint.

Können Studierende der Hochschulmedizin unterstützend tätig werden?

Angesichts der rasch steigenden Infektionszahlen ist es sehr begrüßenswert, wenn sich möglichst zeitnah Freiwillige bei den jeweiligen Institutionen melden. So können Engpässe bei der Versorgung vermieden und das Gesundheitssystem funktionsfähig gehalten werden. Studierende der Humanmedizin können dabei aufgrund ihrer Vorkenntnisse besonders effektive Hilfe leisten. Wer sich als freiwillige Helferin oder freiwilliger Helfer engagieren möchte, richtet sich bitte direkt an die entsprechende Einrichtung.

Ich studiere an einer niedersächsischen Hochschule und befinde mich gerade als ERASMUS-Studierender im Ausland. Was muss ich beachten?

Für Erasmus-Studierende hat die EU-Kommission mitgeteilt, dass bei Änderungen der Reisepläne (Rückkehr, Absage) die Kosten bis zur Höhe des vorher vereinbarten Gesamtstipendiums erstattet werden können. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat alle im Ausland befindlichen Erasmus-Geförderten aufgefordert, Kontakt mit ihrer Heimathochschule aufzunehmen.




Welche Konsequenzen ergeben sich für den Forschungsbetrieb an Hochschulen?

Die Forschung an den Hochschulen und Universitäten läuft weiter. Dabei ist große Achtsamkeit geboten und besonderes Augenmerk auf Infektionsschutz und Hygiene zu legen.

Dürfen Personen, die aus dem Ausland zurückkehren, die Hochschule betreten?

Nein. Personen, die sich im Ausland aufgehalten haben, dürfen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nach Verlassen dieses Landes Hochschulen in Niedersachsen nicht betreten.


Wie sollen sich Hochschulen und kulturelle Einrichtungen verhalten, wenn ein Verdachts- bzw. Kontaktfall vorliegt?

Hat die Hochschule oder die kulturelle Einrichtung Kenntnis von Verdachts- bzw. Kontaktfällen, ist unverzüglich Kontakt mit dem zuständigen Staatlichen Gesundheitsamt aufzunehmen. Die Betroffenen sind darüber zu informieren. Das Gesundheitsamt bewertet das gegebene Gesundheitsrisiko und veranlasst die notwendigen und umzusetzenden Maßnahmen.

Wo sind tagesaktuelle Informationen zur dynamischen Entwicklung zu finden?

Tagesaktuelle Informationen zum Infektionsgeschehen in Niedersachsen finden Sie auf den Internetseiten der Niedersächsischen Landesregierung.

> Erlasse und Allgemeinverfügungen sind hier hinterlegt

Gibt es eine Info-Hotline?

AOK und das Land Niedersachsen bieten gemeinsam mit dem Landesgesundheitsamt telefonische Servicenummer als Hotline an. Unter der Telefonnummer 0511 4505-555 beantworten Expertinnen und Experten in der Zeit von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr Fragen zum neuen Coronavirus SARS-CoV-2.



FORSCHUNGSFÖRDERUNG


Die Abteilung für Forschung und Innovation des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur verfolgt in der derzeitigen Covid-19-Lage lösungsorientierte und unkomplizierte Wege in der Projektabwicklung von Forschungsprojekten.

Das bedeutet, dass die Laufzeit von Projekten, die wegen der aktuellen Beschränkungen derzeit nicht durchgeführt werden können, auf Antrag per E-Mail verlängert werden. Projekte, die noch nicht begonnen haben und deren Start sich aufgrund der Covid-19-Lage verzögert, sollen dies bei der Einstellung von Personal berücksichtigen, um unnötige Personalmehrkosten zu vermeiden. Der Projektstart von Projekten kann durch Änderungsbescheide unkompliziert verschoben werden. Verwendungsnachweise sowie Zwischennachweise und Sachberichte können auch in der Covid-19-Lage bspw. im Homeoffice gut erstellt, elektronisch abgestimmt und versandt werden. Fehlende Unterschriften können durch eine elektronische Bestätigung der Projektsprecherinnen bzw. Projektsprecher zunächst ersetzt werden. Die Unterschriften sollten bei Gelegenheit nachgeholt und die Verwendungsnachweise dann in Papierform nachgereicht werden.



BIBLIOTHEKEN


Können die Bestände der niedersächsischen Landesbibliotheken online abgerufen werden?

Die niedersächsischen Landesbibliotheken haben den digitalen Zugang zu ihren Beständen vorrübergehend erleichtert. Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) Hannover, die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB) und die Landesbibliothek Oldenburg (LBO) bieten Nutzerinnen und Nutzern ein vereinfachtes Verfahren für eine zeitlich befristete Online-Registrierung an und verzichten vorübergehend auf eine persönliche Anmeldung. Damit können Interessierte einen Großteil der Online-Angebote und E-Books von zuhause aus aufrufen. Weitere Informationen finden sich auf den Homepages der Landesbibliotheken:


Meine Stadtbücherei ist geschlossen. Kann ich online etwas ausleihen?

Zahlreiche Büchereien in Niedersachsen bieten ein zeitlich befristetes erweitertes Online-Angebot an. Bitte informieren Sie sich auf der Website Ihrer jeweiligen Stadt- oder Gemeindebibliothek.



KULTUR & WEITERBILDUNG


Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Kultureinrichtungen des Landes?

Die Staatstheater und Landesmuseen (einschließl. Forschungsmuseum Schöningen) haben ihren Vorstellungs- bzw. Ausstellungsbetrieb bis zunächst einschließlich 19. April 2020 ausgesetzt.

Welche Hilfen gibt es für Kulturschaffende, denen aufgrund der Absagen wirtschaftliche Einbußen entstehen?

Wir nehmen die Sorgen aller Kulturschaffenden sehr ernst. Die Kulturminister der Länder und des Bundes haben dazu gemeinsam Finanzhilfen angekündigt. Auch auf Landesebene haben wir im Zuge des Umgangs mit den gesamten finanziellen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Kulturschaffenden im Blick. Um Künstlerinnen und Künstlern schnell und unbürokratisch finanziell zu helfen, hat die Niedersächsische Landesregierung ein Hilfspaket geschnürt, das auf zwei Säulen basiert:

I. Das Programm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, das sich unter anderem an soloselbständige Künstler und Kulturschaffende sowie gewerblich tätige Unternehmen richtet. Zuschüsse können bei der NBank beantragt werden


II. Die zweite Säule richtet sich explizit an Kultureinrichtungen, die nach derzeitigem Stand von der Bundesförderung nicht umfasst sind wie kleine Vereine und vergleichbare Einrichtungen und wird derzeit im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur erarbeitet. Aktuelle Informationen werden wir an dieser Stelle zur Verfügung stellen.

Diese beiden Säulen ergänzen das von der Bundesregierung beschlossene Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Pandemie.


Weitere Informationen können Sie darüber hinaus der Homepage des Wirtschaftsministeriums sowie beispielsweise der Website von Musikland Niedersachsen entnehmen. Die Informationen werden fortlaufend aktualisiert.

Für den Fall, dass Sie der Künstlersozialkasse angehören, finden Sie dort aktuelle Hinweise zu den Folgen der Corona-Pandemie. Wichtige Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen und Entwicklungen rund um den Themenbereich Kurzarbeit können Sie der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entnehmen.


Was passiert mit meinen Förderanträgen und Projekten im Kulturbereich?

Bei den vom Land geförderten Projekten und Veranstaltungen, die wegen des Coronavirus abgesagt oder verschoben werden müssen, werden wir unsere rechtlichen Möglichkeiten im Sinne der Kulturschaffenden voll ausschöpfen. In vielen Fällen ist bereits viel Engagement und Geld in die nun ausfallenden oder verschobenen Aktivitäten geflossen. Pauschale Lösungen sind dabei bei der Vielzahl unterschiedlicher Förderungen nicht angebracht. Eine Lösung kann nur für den jeweiligen Einzelfall erfolgen.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Weiterbildungseinrichtungen?

Auch Volkshochschulkurse sind landesweit umgehend abgesagt worden. Anbieter und Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung sind durch diese Kurs-Absagen von erheblichen finanziellen Einbußen bedroht. Auch hier bemüht sich die Landesregierung um unbürokratische Hilfe.



Eine behandschuhte Hand hält ein Probenröhrchen mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Blutprobe. Im Hintergrund sind weitere Probenröhrchen zu sehen. Ein Pfeil weist darauf hin, dass das Bild verlinkt ist. Bildrechte: iStock/jarun011
Aktuelle Information der Niedersächsischen Landesregierung

Auf den Seiten der niedersächsischen Landesregierung finden Sie übergreifende aktuelle Informationen, Pressemitteilungen und Erlasse zum Corona-Virus in Niedersachsen

Kultur in Niedersachsen digital erleben

Viele kulturelle Einrichtungen in Niedersachsen können auch online besucht werden. Unter folgendem Link finden Sie einige Beispiele.

Artikel-Informationen

07.04.2020

Ansprechpartner/in:
Pressestelle MWK

Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibnizufer 9
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2599
Fax: 0511/120-2601

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